100 Randalierer ziehen durch Leipzig

Nach den gewalttätigen Krawallen in Leipzig ermittelt die Polizei wegen Landfriedensbruchs. Die genauen Hintergründe waren heute noch unklar.

100 Randalierer ziehen durch Leipzig
Jan Helmecke 100 Randalierer ziehen durch Leipzig

Die Polizei schließt nicht aus, dass die Ausschreitungen mit dem G7-Gipfel in Bayern zu tun haben könnten.

Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz sprach in der «Bild»-Zeitung (Samstag) von einem «absoluten Gewaltexzess». Rund 100 zum Teil vermummte Randalierer zogen am Freitagabend durch die Innenstadt. Sie bauten Barrikaden aus Autoreifen, zündeten Pyrotechnik, warfen Steine und Molotowcocktails. Am Bundesverwaltungsgericht gingen mehrere Scheiben zu Bruch. Auch das US-Konsulat wurde angegriffen. An einem vorbeifahrenden Reisebus wurde die Frontscheibe zerschlagen.

«Die Beamten stoppten den Zug und zerstreuten die Teilnehmer», erklärte eine Polizeisprecherin am Samstag. Ein Mann wurde festgenommen. Mehrere Polizisten wurden während der Ausschreitungen verletzt. Der entstandene Sachschaden ist noch unklar.

Ähnliche Ausschreitungen gab es in Leipzig seit Jahresanfang bereits viermal - so vor einem Polizeiposten im Stadtteil Connewitz, vor dem Amtsgericht, bei der Staatsanwaltschaft und vor der Ausländerbehörde der Stadt. Täter konnten bisher nicht ermittelt werden. Die Polizei vermutet die Täter zum Teil im linksextremen Spektrum.