Rangnick verlängert bei RB Leipzig bis 2019

Multi-Funktionär Ralf Rangnick hat mit seiner umjubelten Vertragsverlängerung die offizielle Saisoneröffnung von Zweitliga-Favorit RB Leipzig gekrönt. Der 57-jährige Cheftrainer unterschrieb einen bis 2019 datierten Kontrakt als Sportdirektor bei den Sachsen.

«Wir sind stolz, dass wir den vor drei Jahren eingeschlagenen Weg mit Ralf Rangnick nun langfristig weitergehen werden. Wir sind ein moderner Verein, der sportlich von Ralf Rangnick und seinem Team geprägt ist», sagte der Vorstandsvorsitzende Oliver Mintzlaff am Sonntag.

Bei einer stimmungsvollen Karaoke-Party hatte sich Rangnick mit seinem Team wie Popstars auf einer großen Bühne präsentiert und die von Fans ausgewählten Songs geträllert. Dann bekannte sich der sportliche Macher zu seiner neuen Heimat. «Wir wollten die Vertragsverlängerung noch vor Saisonbeginn klar machen. Ich war mir mit Dietrich Mateschitz und Oliver Mintzlaff schnell einig», sagte Rangnick zur Freude der 6000 Anhänger.

In fünf Wochen beziehe er seine neue Wohnung. «Ich fühle mich hier pudelwohl und hoffe, schnell ein richtiger Leipziger zu werden», sagte der «Fußball-Professor», der nach vierjähriger Pause wieder auf die Trainerbank zurückgekehrt ist.

Dank eines Dutzend Neuzugänge inklusive Topstürmer Davie Selke (SV Werder Bremen), Abwehr-Hüne Atinc Nukan (Besiktas Istanbul) oder U21-Nationalspieler Willi Orban (1. FC Kaiserslautern) sowie der beim Salzburger Partner-Verein geparkten Marcel Sabitzer, Massimo Bruno, Nils Quaschner, Stefan Ilsanker und Torhüter Peter Gulacsi hat Rangnick einen überaus wertvollen Perspektivkader zusammengestellt. Der im Verein auf allen Ebenen präsente Schwabe betont immer wieder, dass der Aufstieg niemals eine Pflichtaufgabe sei, da der Respekt vor den Gegnern zu groß ist. «Wir wollen uns im Vergleich zur letzten Saison verbessern», meinte Rangnick und spricht zugleich von einem «hungrigen Team».

Mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung setze man beim ambitionierten Verein von Red Bull-Milliardär Mateschitz «auf Kontinuität, nachhaltige Strukturen und eine ganz klare Transfer- und Spielphilosophie, basierend auf jungen, entwicklungsfähigen Spielern», erklärte Mintzlaff. Mit 15,6 Millionen Euro investierte RBL erstligareif, wobei allein acht Millionen für Bremens Topstürmer Selke und fünf Millionen für Besiktas-Abwehrspieler Nukan draufgingen.

Mit sieben Siegen in sieben Testspielen (31:5 Tore) gelang eine respektvolle Vorbereitungsbilanz. Immerhin besiegten die Leipziger gleich vier Erstligisten wie Hapoel Tel Aviv (3:0), Rubin Kasan (1:0), FC Southampton (5:4) oder Slovan Liberec (3:0). Zum Zweitliga-Auftakt am kommenden Samstag muss Leipzig beim FSV Frankfurt antreten - beim ehemaligen RBL-Trainer Tomas Oral (2010/11).

Zuvor herrschte jedoch noch einmal Spaß. «Die Vorbereitung war sportlich anstrengend, musikalisch wird es für euch anstrengend», rief Torhüter Fabio Coltorti den Fans bei der Saisoneröffnungsparty zu, ehe er und seine Mitspieler zu den Mikrofonen griffen und mit ihren Sangeskünsten so manches Ohr strapazierten.