Lena Stolze vermisst gut erzählte Frauen-Geschichten

Das Leben der Frau kommt in deutschen Filmen nach Ansicht der Schauspielerin Lena Stolze (58, «Die Weiße Rose») zu kurz.

Lena Stolze vermisst gut erzählte Frauen-Geschichten
Ursula Düren Lena Stolze vermisst gut erzählte Frauen-Geschichten

«Da stecken so viele großartige Stoffe drin», bedauert die in Berlin lebende Schauspielerin. «Die Engländer erzählen diese Geschichten viel lebendiger und viel öfter als wir. Wir haben eine gewisse Berührungsangst damit.»

Bei uns gebe es nur Kommissarinnen, sagte Stolze anlässlich des Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund/Köln (14. bis 19. April) im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Das Festival zeigt 107 von Frauen gedrehte Filme aus 32 Ländern unter dem Motto «Komfort».

In den 70er Jahren hätten Frauen in Deutschland angefangen, Regie zu führen, sagte Stolze. «Die Zeit der Studentenbewegung ist eine starke Zeit gewesen, in der sich Frauen in den deutschen Film eingemischt haben.» Sie selbst habe gute Erfahrungen mit Regisseurinnen gemacht, angefangen mit Margarethe von Trotta bis zu Erica von Moeller. «Wenn man dann am Set ist, merkt man überhaupt keinen Unterschied. Wer da vorne steht, ob Mann oder Frau, ist völlig egal. Dann geht es nur noch um Kompetenz. Da sind Frauen nicht weniger kompetent als Männer.»

Nach der Jury-Arbeit beim Festival will Lena Stolze im Kinderfilm «Ente gut» eine der Hauptrollen übernehmen. «Es geht um die Abschiebung von zwei vietnamesischen Mädchen, und ich bin die Frau vom Amt, die Jagd auf sie macht, im Grunde der Filmbösewicht!»