Letztes Buch von Günter Grass vorgestellt

Am Freitag erscheint das letzte Buch des verstorbenen Literaturnobelpreisträgers Günter Grass: Bei der Vorstellung am Dienstag in Göttingen hat Verleger Gerhard Steidl das Werk gewürdigt, das in ostpreußischer Mundart den Titel «Vonne Endlichkait» (Von der Endlichkeit) trägt.

«Günter Grass hat uns mit dem Buch ein bewegendes Abschiedsgeschenk hinterlassen», sagte Steidl. «Ich glaube, dass ihm noch einmal etwas Großes gelungen ist.»

Steidl kündigte an, dass von Grass in Zukunft zwar kein neues, vielleicht unter dem Bett verstecktes Manuskript zu erwarten sei. Dafür sei mit Tagebuchpublikationen zu rechnen. Dabei werde es um Phasen gehen, in denen sich Grass in seinen Tagebüchern insbesondere zu politischen Fragen Gedanken gemacht habe.

Lektor Dieter Stolz hob wie Steidl hervor, dass Grass mit dem Buch ein literarisches Experiment gewagt habe, indem er kurze Prosa-Texte und darauf direkt bezogene Lyrik als sogenannte Doppelstücke verfasste und zudem noch mit passenden Bleistiftzeichnungen illustrierte. Auch wenn es sehr viele kleine einzelne Stücke seien, biete das Buch insgesamt einen klaren, spannenden Bogen.

Das 176 Seiten umfassende Buch, das mit einer Startauflage von 50 000 Exemplaren an diesem Freitag (28.8.) in den Buchhandel kommt, spiegele Grass' Leben und seine Arbeit als Schriftsteller und Zeichner im Ganzen, sagte Steidl. «Und was ich an dem Buch so bemerkenswert finde: Es ist ein streckenweise zum Brüllen komisches Buch.». Manche hielten Grass für einen verbiesterten Menschen, der allen seine Meinung habe aufdrücken wollen. «Aber er hat einen subtilen Humor, und in diesen Texten ist er noch einmal zu Hochform aufgelaufen.»

Bei der Buchvorstellung war auch Grass' Witwe Ute anwesend. Grass war am 13. April im Alter von 87 Jahren in Lübeck gestorben.