Leverkusen muss nach 2:3 in Rom um Achtelfinale zittern

Trotz einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit muss Bayer Leverkusen um das Achtelfinale der Champions League bangen. Die Werkself verlor vor 36 000 Zuschauern im Stadio Olimpico gegen AS Rom in einem erneut verrückten Spiel mit 2:3 (0:2).

Leverkusen muss nach 2:3 in Rom um Achtelfinale zittern
Maurizio Brambatti Leverkusen muss nach 2:3 in Rom um Achtelfinale zittern

Bayer rutschte durch die Niederlage auf den dritten Platz der Gruppe E ab. In den abschließenden Spielen gegen BATE Borissow und den FC Barcelona muss der Siebte der Fußball-Bundesliga nun unbedingt punkten und auf einen Ausrutscher des italienischen Vizemeisters hoffen, um noch in die K.o.-Runde der Königsklasse einzuziehen.

Die Bayer-Elf, von rund 800 Fans sofort lautstark unterstützt, wurde kalt erwischt: Denn gleich mit dem ersten Angriff gingen die Gastgeber durch Salah in Führung (2. Minute), der frühere Wolfsburger Torjäger Edin Dzeko legte zum 2:0 nach (29.). Doch nach der Pause glichen die Gäste innerhalb von sieben Minuten durch Admir Mehmedi (45.) und den Mexikaner Javier Hernández (51.) aus - der Spielverlauf war komplett auf den Kopf gestellt. Die Rote Karte für Kapitän Ömer Toprak nach einer Notbremse (79. Minute) und der anschließende Siegtreffer für die Roma durch den Foulelfmeter von Miralem Pjanic (80.) versetzten Leverkusen den K.o.-Schlag.

Wie wie beim verrückten Hinspiel in Leverkusen, als beim 4:4 gleich acht Tore fielen und Bayer schon 2:4 hinten lag, fand die Mannschaft von Bayer-Trainer Roger Schmidt noch einmal ins Spiel zurück. Dabei fing es nicht gut an: Toprak verlor einen Zweikampf im Mittelfeld, der frühere Wolfsburger Edin Dzeko schickte Salah mit einem Traumpass auf die Reise, Bayer-Keeper Bernd Leno war gegen den Linksschuss des Ägypters machtlos. Das 1:0 nach 101 Sekunden war das schnellste Tor der Römer in der europäischen Königsklasse.

Rom spielte nach der Führung weiter nach vorn, vor allem Torschütze Salah und der Ivorer Gervinho machten mächtig Dampf. Gervinho war schon durch und lief allein auf Leno zu, stand aber knapp im Abseits (15.). Die Gäste wirkten geschockt und waren erst einmal um Sicherheit bemüht.

Später kam der Bundesliga-Siebte gegen den Dritten der Serie A zwar etwas besser ins Spiel. Doch zwei halbe Torchancen des Mexikaners Javier Hernández («Chicharito») vor der Pause waren einfach zu wenig. Hinten taten sich Riesen-Löcher auf, vorn fehlten zündende Ideen. Das machten die Italiener vor den Augen von Nationalcoach Antonio Conte viel besser, der verletzte Roma-Kapitän Francesco Totti applaudierte seinen Jungs von der Tribüne aus.

Dzeko baute die Führung nach feinem Pass von Radja Nainggolan aus. Schon im Trikot von Wolfsburg hatte der Bosnier zweimal gegen die Bayer-Elf getroffen. Eine Minute später vergab Dzeko den «Matchball», als er alleinstehend aus bester Position über das Tor zielte. Mit dem 0:2 zur Pause war die Werkself noch gut bedient.

Im Vergleich zum Hinspiel stellte Trainer Schmidt sein Team auf zwei Positionen um: Mehmedi rückte für Karim Bellarabi in die Startelf, Stefan Kießling für Weltmeister Christoph Kramer. Doch die «Neuen» überzeugten nicht, lediglich «Chicharito» ließ sein Können sporadisch aufblitzen. Schmidt reagierte auf die Sturmflaute: Kießling musste zur Halbzeit für Bellarabi in der Kabine bleiben. Nach den Toren von Mehmedi und «Chicharito» war von der Roma lange nichts mehr zu sehen.