Libyens Regierungschef ist nach Entführung wieder frei

Der von Bewaffneten entführte libysche Regierungschef Ali Seidan ist wieder frei. Das bestätigte ein Mitarbeiter seines Büros der Nachrichtenagentur dpa.

Den Angaben zufolge wurde Seidan von einer Brigade ehemaliger Revolutionäre «befreit». Ob dabei Gewalt eingesetzt wurde, blieb zunächst unklar. Der Regierungschef soll unverletzt sein.

Die libysche Nachrichtenagentur Al-Tadhamun berichtete unter Berufung auf das Sicherheitskomitee von Tripolis, ehemalige Revolutionäre hätten sich für Seidans «Freilassung» eingesetzt.

Der 62-Jährige war am frühen Morgen aus einem Hotel in der Innenstadt von Tripolis verschleppt worden. Die Entführer hatten zunächst versucht, die Verschleppung des Regierungschefs als «Festnahme» zu verkaufen.

Seidan war zuletzt in die Kritik geraten, weil ein US-Sonderkommando in der libyschen Hauptstadt den mutmaßlichen Al-Kaida-Terroristen Abu Anas al-Libi verschleppt hatte. Die Aktion war selbst von Libyern, die nicht mit dem islamistischen Terrornetz sympathisieren, als Verletzung der staatlichen Souveränität kritisiert worden.