Libyer angeblich an Gefangennahme von Al-Kaida-Terrorist beteiligt

An der Gefangennahme des Al-Kaida-Terroristen Abu Anas al-Libi durch eine US-Spezialeinheit sollen auch mehrere Libyer beteiligt gewesen sein. Das berichteten libysche Medien am Montag.

Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira zitierte die Ehefrau des Top-Terroristen, die sagte, maskierte Männer hätten ihn vor ihrem Haus geschnappt, als er in seinem Auto gesessen habe. Einige von ihnen hätten Arabisch mit libyschem Dialekt gesprochen.

Der Al-Kaida-Mann war am Samstag mitten in der Hauptstadt Tripolis gefasst worden. Nach Informationen der «New York Times» wurde Al-Libi auf ein Schiff der US-Marine im Mittelmeer geschafft. Er werde voraussichtlich zur weiteren Strafverfolgung nach New York gebracht.

In Libyen blieben größere Proteste gegen die Verschleppung des Terroristen zunächst aus, obwohl viele Menschen durch den Einsatz die staatliche Souveränität ihres Landes verletzt sehen.

Al-Libi soll maßgeblich an den Terroranschlägen auf zwei US-Botschaften in Tansania und Kenia 1998 beteiligt gewesen sein. Damals starben mindestens 224 Menschen. Wenige Tage vor dem Zugriff der Amerikaner hatten internationale Medien berichtet, Al-Libi lebe von den Behörden unbehelligt in Tripolis.