Lieberknecht behält sich Kandidatur gegen Ramelow weiter vor

Thüringens amtierende Regierungschefin Christine Lieberknecht (CDU) schließt weiterhin nicht aus, bei der Wahl des Ministerpräsidenten gegen Linke-Fraktionschef Bodo Ramelow anzutreten.

Lieberknecht halte sich eine Kandidatur wie angekündigt offen, sagte der Sprecher der Thüringer Staatskanzlei, Karl-Eckard Hahn, der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung (Samstag) berichtet, Lieberknecht prüfe eine Kandidatur gegen den Bewerber der rot-rot-grünen Koalition. Eine Entscheidung werde kurz vor der Wahl fallen, die für den 5. Dezember geplant ist.

Eine Kandidatur Lieberknechts wird bereits seit einiger Zeit von der Linken gefordert, unter anderem weil dies klare Fronten im Landtag schaffen würde. Denn in Thüringen herrscht Unklarheit darüber, wie die Landesverfassung im Falle eines dritten Wahlgangs im Parlament auszulegen ist.

Braucht ein Kandidat in den ersten beiden Wahlgängen noch die absolute Mehrheit der Stimmen, ist in der dritten Runde derjenige gewählt, der «die meisten Stimmen» bekommt. Ob das nun aber heißt, dass Ramelow im Falle einer alleinigen Kandidatur Ministerpräsident wird, solange er nur mehr als eine Stimme erhält, oder ob mehr «Ja-» als «Nein»-Stimmen nötig sind, ist umstritten. Das Bündnis aus Linken, Grünen und SPD hat im Landtag nur eine Stimme Mehrheit.