Limburger Bischof vor Audienz beim Papst: Termin am Montag?

Der umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst soll nach Informationen der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» an diesem Montag eine Audienz bei Papst Franziskus bekommen.

Tebartz-van Elst sei nicht bereit, freiwillig das Amt aufzugeben, berichtete die «FAS». Der Vatikan bestätigte auf Anfrage nicht, ob der Bischof zu einem Gespräch mit dem Papst geladen ist.

Audienzen des Papstes werden vorab vom Heiligen Stuhl nicht mitgeteilt, bekannt sind normalerweise nur Treffen mit hohen Politikern. Ein Sprecher des Bistums Limburg wollte den Termin weder bestätigen noch dementieren.

Tebartz-van Elst wartet seit vergangenem Sonntag in Rom auf einen Termin bei Franziskus. Der Bischof steht wegen der enormen Kosten für den Neubau seiner Bischofsresidenz unter Druck. Die Baukosten waren noch im Dezember 2010 auf 5,5 Millionen Euro beziffert worden, inzwischen liegen sie bei mehr als 31 Millionen Euro. Zudem hat die Staatsanwaltschaft Hamburg einen Strafbefehl wegen Falschaussage gegen ihn beantragt. Dabei geht es um Aussagen des Geistlichen wegen eines Erste-Klasse-Flugs nach Indien.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hatte am Donnerstag den Fall mit Franziskus besprochen. Angaben der FAS, der Papst habe dabei entsetzt aufgestöhnt, wies der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, auf dpa-Anfrage als reine Spekulation zurück, zumal sich Zollitsch nicht zu Inhalten der Audienz geäußert habe. Auch der Sprecher des Bistums Limburg sprach von reiner Spekulation.

Die Affäre um ihren Bischof beschert der Stadt Limburg derzeit einen starken Zustrom an Besuchern. «Es kommen deutlich mehr Touristen her als sonst üblich im Herbst», sagte Limburgs Erster Stadtrat Michael Stanke (CDU). Nach seinen Worten sehen viele Menschen auf der nahen Autobahn das Schild Limburg und fahren spontan ab. Auch die Zugriffzahlen auf die Internetseite der Stadt hätten sich auf täglich 5000 verdoppelt, berichtete er.

Unterdessen ist im Bistum Limburg einem «Focus»-Bericht zufolge die Zahl der Kirchenaustritte gestiegen. In Wiesbaden seien nach Angaben des Amtsgerichts allein am vergangenen Montag 25 Christen aus der Kirche ausgetreten, üblich seien 3 an einem Tag. Es seien überwiegend Katholiken, sagte ein Gerichtssprecher dem Magazin. Beinahe jeder habe angegeben, er trete wegen des Bischofs aus. Am vergangenen Montag hätten darüber hinaus in Frankfurt 31, in Limburg 29 und in Wetzlar 10 Menschen der Kirche den Rücken gekehrt. Im Bistum Limburg leben insgesamt rund 650 000 Katholiken.

Laut «Focus» haben in einer Emnid-Umfrage drei Viertel der Befragten Verständnis dafür geäußert, dass Christen wegen des Skandals um den Limburger Bischof aus der Kirche austreten. Das Meinungsforschungsinstitut befragte für das Magazin am 16. und 17. Oktober 1009 repräsentativ ausgewählte Personen.