Linde drückt Dax - MDax kurz auf Rekordhoch

Die Rekordstimmung an der Frankfurter Börse ist am Dienstag schnell verflogen: Der MDax als Index der mittelgroßen Konzerne hatte am Vormittag noch ein Rekordhoch bei 21 679,52 Punkten erreicht.

Im Verlauf bröckelte er aber immer weiter ab und fiel am Ende um 0,72 Prozent auf 21 437,82 Punkte. Enttäuschende Daten zur Industriestimmung in den USA sorgten für einen schwachen Start in den Dezember.

Grundsätzlich aber stützt die Hoffnung auf weiterhin reichlich billiges Notenbank-Geld das zweitwichtigste deutsche Börsenbarometer. In dem 50 Werte umfassenden Index enthalten sind unter anderem der Lichtkonzern Osram, der Modehändler Zalando und der Autozulieferer Hella.

Beim großen Bruder Dax ging es sogar um 1,06 Prozent auf 11 261,24 Punkte abwärts. Dem deutschen Leitindex fehlen noch mehr als 1000 Punkte zu seinem Rekordstand aus dem April. Aktuell wurde das Börsenbarometer auch von einem Kurseinbruch bei Linde in Mitleidenschaft gezogen. Bei dem Industriegase-Konzern hatte sich der Geschäftsausblick verdüstert. Der Technologiewerte-Index TecDax gab um 0,81 Prozent auf 1843,88 Punkte nach.

Die Stimmung in der US-Industrie war im November auf den niedrigsten Stand seit Juni 2009 gefallen. Dies spreche weiterhin für eine schwache Entwicklung der US-Industrie, schrieb Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Helaba.

Auf Unternehmensseite sorgte hierzulande Linde für große Enttäuschung. Der Konzern beklagte eine langsamer wachsende Industrieproduktion weltweit, was auch die Nachfrage nach Industriegasen in Mitleidenschaft ziehe. Die Aktien fielen am Dax-Ende um mehr als 14 Prozent ins Minus.

Die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) gaben um rund 1 Prozent nach. Der Autobauer musste in den USA erstmals seit Bekanntwerden der Abgas-Manipulationen ein krachendes Minus bei den Verkäufen hinnehmen.

An der Dax-Spitze schnellten die RWE-Aktien nach der angekündigten Aufspaltung des von der Energiewende schwer gebeutelten Versorgers um mehr als 16 Prozent nach oben. Der Konzern hatte angekündigt, das Geschäft mit Netz, Vertrieb und Alternativen Energien in eine neue Gesellschaft auszugliedern und bis Ende 2016 an die Börse zu bringen.

Die Titel des Online-Modehändlers Zalando gewannen rund 3 Prozent. Ein Händler wertete einen Pressebericht über eine Ende November begonnene enge Zusammenarbeit mit dem Sportwarenhersteller Adidas positiv. Adidas-Papiere gewannen rund anderthalb Prozent.

Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, büßte 0,76 Prozent auf 3479,64 Punkte ein. Auch in Paris wurden Verluste verbucht. Der FTSE 100 in London hingegen schloss höher. In New York stieg der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss.

Am Rentenmarkt kletterte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,32 auf 0,34 Prozent nach oben. Der Rentenindex Rex fiel um 0,09 Prozent auf 140,36 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,09 Prozent auf 158,44 Punkte zu. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0600 (Montag: 1,0579) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9434 (0,9453) Euro.