Linksautonome Pegida-Gegner randalieren in Leipzig

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage haben mutmaßliche Linksautonome in Leipzig randaliert und erhebliche Schäden angerichtet. Rund 600 teils vermummte Menschen versammelten sich nach Angaben der Polizei am Donnerstagabend zu einer spontanen Demonstration.

Sie warfen Steine und beschmierten Hauswände mit Anti-Pegida-Schriftzügen. Anlass der Ausschreitungen war laut Polizei der Tod eines Asylbewerbers in Dresden. Es sei ein Schaden im mindestens fünfstelligen Bereich entstanden. Verletzt wurde niemand. Politiker verurteilten die Krawalle und riefen zu Gewaltfreiheit auf.

Die Randalierer zerstörten Schaufensterscheiben, rissen Verkehrsschilder aus dem Boden und zündeten Nebelbomben. Sie sprühten zudem farbige Schriftzüge an Hauswände, die gegen die islamfeindliche Bewegung Pegida und die Polizei gerichtet waren.

Als die Polizei anrückte, wurden deren Autos und Beamte mit Steinen beworfen. Zudem gingen im Erdgeschoss und im ersten Stock des Amtsgerichtes 40 Scheiben zu Bruch. Das Gericht arbeitete am Freitag dennoch regulär, sagte ein Sprecher.

Erst in der vergangenen Woche hatten rund 50 Vermummte einen Polizeiposten in Leipzig-Connewitz mit Steinwürfen demoliert. Die Polizei ermittelt in beiden Fällen wegen schweren Landfriedensbruchs. Am Donnerstagabend wurden zwei mutmaßliche Randalierer (26 und 30 Jahre alt) vorläufig festgenommen.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) rief zur Gewaltlosigkeit bei jeglichen Demonstrationen auf. «Wir akzeptieren keine Gewalt, weder von linken Kriminellen, noch von Rechtsextremen, noch von religiösen Fanatikern», erklärte er. «So etwas hat mit einer politischen Auseinandersetzung nichts zu tun.»

Auch Sachsens Innenminister Markus Ulbig und Justizminister Sebastian Gemkow (beide CDU) erklärten, der Gewaltausbrauch sei nicht zu entschuldigen. «Der nächtliche Ausbruch in Leipzig zeigt ein erschreckendes Maß an Militanz. Ein derartiger Gewaltausbruch von kriminellen Chaoten ist völlig inakzeptabel und gefährdet das Klima und Miteinander in unserer Gesellschaft», erklärte Ulbig.

Polizeisprecher Andreas Loepki sagte, linke Randale sei für Leipzig nicht neu. «Wir haben in Leipzig eine verfestigte linke Szene, die in der Lage ist, binnen kurzer Zeit Hunderte Personen zu mobilisieren.» Wegen der ohnehin durch Pegida und Legida aufgeheizten Stimmung sei zu vermuten, dass die Intensität derartiger Aktionen zunehmen werde.

In der vergangenen Woche hatten rund 50 Maskierte einen Polizeiposten im Stadtteil Connewitz attackiert. Sie warfen Steine, Flaschen und Farbbeutel gegen die Fenster.