Linksorientierter Lungu ist neuer Präsident Sambias

 Im südafrikanischen Sambia hat der Kandidat der linksorientierten Regierungspartei, Verteidigungsminister Edgar Lungu, die Präsidentenwahl knapp gewonnen.

Linksorientierter Lungu ist neuer Präsident Sambias
Jacoline Schoonees / Gcis / Hand Linksorientierter Lungu ist neuer Präsident Sambias

Bei seiner Amtseinführung am Sonntag versprach Lungu, mehr für die Wirtschaft des kupferreichen Landes zu tun. Bergbaufirmen müssten genügend Steuern zahlen, damit alle Sambier von den Bodenschätzen profitierten, sagte er. Lungu gewann die Wahl mit einem hauchdünnen Vorsprung von 28 000 Stimmen.

Oppositionsführer Hakainde Hichilema hatte seine Niederlage am Samstag eingeräumt, sprach aber von Wahlbetrug. Die Vorsitzende der Afrikanischen Union, Nkosazana Dlamini Zuma, gratulierte den Sambiern aber am Sonntag zu einer «vorbildlichen, erfolgreichen und friedlichen Wahl». Das regionale Schwergewicht Südafrika gratulierte Lungu ebenfalls. Zur Amtseinführung kamen auch die Präsidenten der Nachbarländer Simbabwe und Namibia, Robert Mugabe und Hifikipunye Pohamba. 

Nach Auszählung aller Wahlbezirke entfielen nach offiziellen Angaben rund 808 000 Stimmen auf Lungu als Kandidaten der regierenden Patriotischen Front (PF); Hichilema kam auf 780 000 Stimmen. Das Ergebnis der Abstimmung vom Dienstag war bereits für Mittwoch erwartet worden, wurde jedoch mehrfach verschoben. Hichilema warf der Wahlkommission daher Unregelmäßigkeiten und Betrug vor. Diese wies die Vorwürfe jedoch entschieden zurück.

Seit dem unerwarteten Tod des Staatschefs Michael Sata vor drei Monaten hatte der von schottischen Eltern abstammende Übergangspräsident Guy Scott die Amtsgeschäfte geführt. Er durfte jedoch nicht antreten, da seine Eltern nicht aus Sambia stammten. Der Volkswirt war der erste weiße Präsident Sambias seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1964.

Lungu wird zunächst die Amtszeit Satas zu Ende führen; im September 2016 soll erneut gewählt werden. Der Präsident steht vor einer schweren Aufgabe: Obwohl das Land zu den größten Kupferproduzenten der Welt gehört und ein vergleichsweise hohes Wirtschaftswachstum verzeichnet, lebt die Mehrheit der rund 14 Millionen Einwohner in bitterer Armut. Nach Schätzungen der Weltbank leben 70 Prozent der Sambier von nur rund einem Euro am Tag.