LKA-Präsident: SPD-Abgeordneter wollte Infos zu Edathy

Der Präsident des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz hat im Bundestags-Untersuchungsausschuss zur Edathy-Affäre bestätigt, dass der SPD-Abgeordnete Michael Hartmann von ihm Informationen zu einem Kinderporno-Ermittlungsverfahren haben wollte.

Hartmann habe in drei Telefonaten versucht, von ihm etwas über die Ermittlungen gegen deutsche Kunden eines kanadischen Kinderporno-Händlers zu erfahren, sagte LKA-Chef Wolfgang Hertinger als Zeuge vor dem Gremium.

Er habe Hartmann aber keine Auskünfte erteilt und dem SPD-Politiker bei dessen dritten Anruf zu verstehen gegeben, «dass er sich und mich in Schwierigkeiten bringt» durch diese Fragen, betonte Hertinger.  

Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy war durch die kanadischen Ermittlungen ins Visier der Justizbehörden geraten. Edathy hatte als Zeuge im Untersuchungsausschuss ausgesagt, Hartmann habe ihn im Herbst 2013 informiert, dass gegen ihn ermittelt werde.

Laut Edathy rief Hartmann damals einen hochrangigen LKA-Beamten an, um Informationen zum Vorgehen der Behörden in dem Verfahren zu beschaffen, allerdings ohne dabei Edathys Namen zu nennen. Selbstkritisch sagte Hertinger: «Ich habe da herumgeeiert, ich hätte ihm gleich sagen sollen «Hartmann, es gibt nichts».