LKA: Zahl der Verletzten nach Amoklauf weiter erhöht

Nach dem Amoklauf von München hat sich die Zahl der Verletzten weiter erhöht. Momentan sei von 35 Verletzten auszugehen, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes in München.

Vor dem Olympia-Einkaufszentrum legten Menschen zum Gedenken an die Opfer Blumen nieder.
Karl-Josef Hildenbrand Vor dem Olympia-Einkaufszentrum legten Menschen zum Gedenken an die Opfer Blumen nieder.

 Zehn von ihnen gelten weiter als Schwerverletzte. Unter den 35 Menschen seien auch welche, die am Freitagabend bei den panikartigen Szenen in Teilen der Münchner Innenstadt verletzt worden waren. Zuvor hatte ein 18 Jahre alter Schüler bei einem Amoklauf am Olympia-Einkaufszentrum insgesamt neun Menschen erschossen und sich danach selbst gerichtet.

Etwa zweieinhalb Stunden nach der Tat erschoss er sich vor den Augen von Polizisten. Das teilte die Münchner Polizei mit. Gegen 20.30 Uhr am Freitagabend hatte eine Streife nördlich des Olympia-Einkaufszentrums Kontakt zum mutmaßlichen Täter. Als Reaktion auf die Ansprache der Beamten habe er plötzlich seine Schusswaffe gezogen, sie sich an den Kopf gehalten und sich erschossen, hieß es.

Waffengesetze und Bundeswehr im Innern werden debattiert

Nach dem Amoklauf setzt nun die politische Debatte ein, wie solche Bluttaten künftig verhindert werden können. Bundesinnenminister Thomas de Maizière sprach sich dafür aus, die Einsatzkonzepte der Polizei noch einmal unter die Lupe zu nehmen. "Das wird sicher jetzt noch einmal überprüft werden müssen", sagte der CDU-Politiker am Samstagabend in der ARD. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) forderte in der "Welt am Sonntag", dass "wir in extremen Situationen" wie Terroranschlägen "auch in Deutschland auf die Bundeswehr zugreifen können".

In den Blickpunkt rücken zudem die Waffengesetze: De Maizière sagte der "Bild am Sonntag", zunächst müsse ermittelt werden, wie der Amokläufer an die Tatwaffe gelangt sei. "Dann müssen wir sehr sorgfältig prüfen, ob und gegebenenfalls wo es noch gesetzlichen Handlungsbedarf gibt." Auch Vizekanzler Sigmar Gabriel betonte im Gespräch mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Die Waffenkontrolle ist ein wichtiger Punkt. Wir müssen weiter alles tun, um den Zugang zu tödlichen Waffen zu begrenzen und streng zu kontrollieren." Der SPD-Politiker sagte zudem, Staat und Gesellschaft müssten bei psychisch instabilen Menschen "hinsehen und intervenieren - gerade bei Jugendlichen".