Lob für Clinton und Spott für Trump

Verbunden mit einer eindringlichen Warnung vor Donald Trump hat US-Präsident Barack Obama in einer leidenschaftlichen Rede Hillary Clinton für seine Nachfolge im Amt empfohlen.

Lob für Clinton und Spott für Trump
Tannen Maury Lob für Clinton und Spott für Trump

«Ich bitte Euch, gemeinsam mit mir Zynismus abzulehnen, Angst abzulehnen und das Beste in uns heraufzubeschwören», sagte Obama unter dem Jubel von mehr als 4700 Delegierten auf dem Parteitag der Demokraten. «Ich bitte Euch, Hillary Clinton zur nächsten Präsidentin der Vereinigten Staaten zu wählen», beschloss er seine rund 45-minütige Rede in Philadelphia.

Als Obama den für die Republikaner startenden Donald Trump erwähnte, buhte das Publikum lautstark. Obama entgegnete ihnen knapp: «Buht nicht. Geht wählen.» Der dritte Tag des Parteikonvents am Mittwoch war besonders von Sicherheitsthemen geprägt, viele Redner sprachen über die Themen Waffengewalt und Militär.

Den gesamten Abend über hatten führende Politiker zur Unterstützung Clintons aufgerufen. Dazu zählte nicht nur Vizepräsident Joe Biden, sondern auch der ehemalige CIA-Chef und Verteidigungsminister Leon Panetta, der früher eher als Clinton-Kritiker aufgefallen war. «Kein Kandidat einer großen Partei hat in diesem Land jemals weniger gewusst oder war schlechter vorbereitet», sagte Biden über Trump. «Donald Trump würde uns tatsächlich unsicherer machen», betonte er. «Als Amerikaner können wir das schlicht nicht zulassen. Punkt.»

Der vom Parteitag nominierte Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten, Tim Kaine, machte sich auch über Trump lustig und ahmte seine typische Sprache nach. «Gibt es irgendjemanden, der ihm Glauben schenkt?», fragte Kaine. «Er sagt Dir niemals, wie er das machen will, wovon er sagt, er wolle es machen.»

Auch der frühere Bürgermeister von New York, der parteilose Michael Bloomberg, fuhr schwere Geschütze gegen Trump auf. «Es gibt Zeiten, da stimme ich mit Hillary Clinton nicht überein», sagte er. «Aber wir müssen alle Meinungsverschiedenheiten beiseite legen, zum Wohle unseres Landes. Und wir müssen uns hinter die Kandidatin stellen, die einen gefährlichen Demagogen schlagen kann», betonte Bloomberg und fügte hinzu: «Ich bin ein New Yorker und wir New Yorker erkennen einen Betrüger, wenn wir ihn sehen.»

Hillary Clinton habe in ihrer politischen Karriere Stehvermögen bewiesen, hatte Obama gesagt. «Ich habe vier Jahre einen Sitz in der ersten Reihe gehabt», sagte Obama über die Zusammenarbeit mit Clinton als Außenministerin. Er habe ihre Intelligenz, ihr Urteilsvermögen und ihre Disziplin schätzen gelernt. «Es hat noch nie jemanden gegeben, weder mich selbst noch Bill (Clinton), der so gut auf das Amt vorbereitet war», sagte er. Donald Trump, der Kandidat der Republikaner, biete dagegen keine Lösungen an. «Er bietet nur Slogans. Und Angst.», sagte Obama.

Zum Ende von Obamas Rede trat Hillary Clinton überraschend auf die Bühne. Sie sprach aber nicht zu den Delegierten. Obama und seine mögliche Amtsnachfolgerin nahmen sich herzlich in den Arm. Clinton war am Dienstag als Präsidentschaftskandidatin nominiert worden und wird am Donnerstag zum Parteitag sprechen.