Löhne steigen kräftiger als Inflation

Deutschlands Tarifbeschäftigte können sich weiterhin über reale Verdienstzuwächse freuen.

Löhne steigen kräftiger als Inflation
Arno Burgi Löhne steigen kräftiger als Inflation

Weil die Inflation seit Monaten extrem niedrig ist, blieben die Lohnsteigerungen im dritten Quartal 2015 fast vollständig bei den Beschäftigten, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

Die Reallöhne erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um durchschnittlich gut 2,4 Prozent, die Nominallöhne legten um knapp 2,6 Prozent zu. Die Verbraucherpreise stiegen in dem Zeitraum nur um 0,1 Prozent. Daher haben die Beschäftigten unter dem Strich mehr Geld im Geldbeutel. Das stärkt ihre Kaufkraft und kann den Konsum ankurbeln. Volkswirte erwarten, dass der Konsum auch 2016 die tragende Säule der deutschen Konjunktur sein wird.

Das Bundesamt rechnet nach der positiven Entwicklung der ersten drei Quartale für das Gesamtjahr 2015 mit deutlichen Reallohnzuwächse für die Tarifbeschäftigten in Deutschland. In den ersten drei Quartalen legten die Nominallöhne zum Vorjahreszeitraum um 2,8 Prozent zu, Waren und Dienstleistungen verteuerten sich nur um 0,2 Prozent.

Im dritten Quartal lag der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst eines Vollzeitbeschäftigten in Deutschland ohne Sonderzahlungen nach Berechnungen des Bundesamtes bei 3624 Euro. Allerdings verdienen knapp zwei Drittel der Vollzeitbeschäftigten weniger.