Löw «entspannt»: Werden Gruppenerster - Kein Radikal-Umbau

les Bains (dpa) - Am arbeitsfreien Tag für Kapitän Bastian Schweinsteiger und seine 22 Teamkollegen hat Bundestrainer Joachim Löw den Diskussionen um die Nullnummer gegen Polen demonstrative Gelassenheit entgegengesetzt.

Löw «entspannt»: Werden Gruppenerster - Kein Radikal-Umbau
Christian Charisius Löw «entspannt»: Werden Gruppenerster - Kein Radikal-Umbau

«Ich bin absolut entspannt», verkündete der Weltmeistercoach in Évian-les-Bains. Der erfahrene Turniertrainer Löw ist weiterhin davon überzeugt, dass die deutsche Nationalmannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft am kommenden Dienstag als Erster der Gruppe C ins Achtelfinale einziehen wird.

«Wir wollen gegen Nordirland gewinnen, wir werden gewinnen, wir werden die Gruppe gewinnen», sagte Löw im EM-Stammquartier am Genfer See. Fast 45 Minuten lang stellte sich der Bundestrainer bei einer Pressekonferenz den Fragen der Reporter. Er ließ dabei keine Zweifel daran, dass er sich von der öffentlichen Unruhe nach den noch nicht überzeugenden Turnierleistungen nicht beeinflussen lasse. «Überrascht bin ich über gar nichts mehr. Die Diskussionen haben wir auch 2014 in Brasilien gehabt», sagte der 56-Jährige.

Für Löw gab es auch keinen Grund, vom geplanten freien Tag für seine Spieler abzurücken. «Es ist wichtig, während eines Turniers manchmal auch ein bisschen runterzufahren.» Der Bundestrainer schloss für das entscheidende letzte Gruppenspiel gegen Nordirland in Paris personelle Umstellungen nicht aus. Einen radikalen Umbau wird es aber nicht geben. Ein Systemwechsel hin zu einer Dreierkette in der Abwehr sei «kein Thema», sagte Löw. Kapitän Schweinsteiger und auch Torjäger Mario Gomez dürften weiterhin Einwechselspieler bleiben.

Trotz der fehlenden Durchschlagskraft der Offensive sprach Löw den Weltmeistern Mesut Özil, Thomas Müller und auch Mario Götze sein Vertrauen aus. «Ich glaube an ihre Fähigkeiten», sagte er. Gegen Nordirland setzt er auf erfahrene Kräfte anstelle der jungen Turnierneulinge. «Ein Spiel, wo es um so viel geht, ist eine andere Situation», begründete Löw.

Ausdrücklich gut hieß er das Verhalten von Abwehrchef Jérôme Boateng, der das mangelhafte Durchsetzungsvermögen im Polen-Spiel öffentlich beklagt hatte. «Ich fand es gut, dass er nach dem Spiel die Dinge so klar angesprochen hat», erklärte der Bundestrainer. Er wundere sich über eine plötzlich neu aufkommende «Führungsspieler-Diskussion». Zweifel an einem Einsatz des angeschlagenen Münchners gegen die Nordiren wegen einer gegen Polen erlittenen Hüftprellung zerstreute Löw: «Er ist für den Dienstag absolut eingeplant.»