Löw will Euphorie in Zaum halten - Boateng behandelt

Bundestrainer Joachim Löw will trotz des souveränen Viertelfinal-Einzugs der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der EM in Frankreich keine Euphorie im Überschwang aufkommen lassen.

Löw will Euphorie in Zaum halten - Boateng behandelt
Arne Dedert Löw will Euphorie in Zaum halten - Boateng behandelt

16 Stunden nach dem klaren 3:0 (1:0) des Weltmeisters über die Slowakei ließ der Coach seine Asse schon wieder am Genfer See trainieren. Auch Champions-League-Sieger Toni Kroos hielt den Ball, flach und wollte von einer titelreifen Leistung nichts wissen. «Das ist nach einem Achtelfinale gegen die Slowakei noch nicht seriös einzuschätzen», sagte der Star von Real Madrid. «Wir haben es so gemacht, wie wir es machen mussten.»

Wie nach dem vorherigen 1:0 über Nordirland musste sich Jérôme Boateng wieder intensiv von der medizinischen Abteilung behandeln lassen. Der Abwehrchef selbst sprach von einer Vorsichtsmaßnahme. «Ich fühle mich ganz gut, die Wade hat ganz gut gehalten», sagte der Torschütze. Er geht davon aus, dass er beim Viertelfinale am Samstag in Bordeaux gegen Italien oder Spanien wieder mitwirken kann. «Es ist genug Zeit. Ich denke, dass alles gut ist», sagte der 27-Jährige.

Der eindrucksvolle Erfolg über die Slowaken bescherte dem ZDF eine erstklassige TV-Quote. 28,11 Millionen Fußball-Fans verfolgten die Live-Übertragung, bei der das Zweite mit 81,2 Prozent einen erstklassigen Marktanteil erzielte. Vier von fünf Zusehern, die um 18.00 Uhr vor dem Bildschirm saßen, entschieden sich für das EM-Match. Die bisherige Bestmarke von 27,34 Millionen beim 0:0 zwischen Deutschland und Polen wurde damit nochmals übertroffen.

Unterdessen bewirbt sich Kapitän Bastian Schweinsteiger nach drei Einwechslungen um einen ersten Einsatz in der Startelf. «Vom Rhythmus her ist es vielleicht nicht ganz ideal. Aber ich würde mir schon zutrauen, von Anfang an zu spielen. Aber das entscheidet der Trainer», sagte der 31-Jährige. Der Weltmeister spürt jedoch selbst, dass er kaum von Anfang an im Viertelfinale beginnen wird. «Ich fühle mich gut, aber es ist schwierig. Ich habe jetzt zweimal 20 Minuten und einmal zwei Minuten gespielt. Es ist nicht so, dass ich mal eine Halbzeit gespielt habe», sagte Schweinsteiger.