Logistikbranche rechnet mit Kraftstoff-Engpässen

Die Logistikbranche rechnet angesichts des Rekordstreiks bei der Bahn mit Engpässen bei der Kraftstoffversorgung und Produktionsausfällen in der Auto-, Stahl-, und Chemiebranche.

Logistikbranche rechnet mit Kraftstoff-Engpässen
Arno Burgi Logistikbranche rechnet mit Kraftstoff-Engpässen

Bei der Kraftstoffversorgung «wird es aus meiner Sicht auf jeden Fall Engpässe geben, zumal ja auch das Aufkommen im Individualverkehr erhöht sein wird», sagte Gunnar Gburek vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik dem Sender MDR Info. Raffinerien hätten Probleme, die Tankstellen zu beliefern. Gburek rechne mit Engpässen «spätestens Sonntag oder Montag».

Besonders hart werde der Ausstand die Auto-, Stahl-, und Chemiebranche treffen. Es werde «auf jeden Fall Produktionsausfälle» geben. Wenn die Logistikkette ins Stocken gerate, werde es bis Mitte der kommenden Woche dauern, bis sich die Abläufe wieder normalisiert hätten, betonte Gburek.

Die Mineralölindustrie will allerdings auch während des laufenden Lokführerstreiks die Versorgung mit Benzin und Diesel sicherstellen. «Die Belieferung der Tankstellen mit Kraftstoffen stellt auf jeden Fall eine logistische Herausforderung für unsere Unternehmen dar», sagte ein Sprecher des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) in Berlin. Bislang sei es jedoch noch nicht zu Engpässen gekommen.

«Die Unternehmen haben verschiedene Maßnahmen, die in der Kürze der Zeit möglich waren, zur Sicherstellung der Versorgung eingeleitet. Dazu zählt die verstärkte Nutzung von Straßentransporten und von Privatbahnen.»