Lokführer-Streik trifft Städtetourismus

Abgesagte Stadtführungen und stornierte Hotelübernachtungen: Der Lokführer-Streik hat die Wochenendplanung mancher Bundesbürger durcheinandergewirbelt.

«Wir haben aus allen Landesteilen und Betrieben von Stornierungen und Nachfragen von Kunden gehörte, sagte ein Sprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) der dpa. Wie hoch die Einbußen für Hotels und Gaststätten seien, lasse sich aber nicht beziffern.

«Der Streik ist für uns ein großes Ärgernis», sagte ein Sprecher des Internationalen Congress Centers Dresden. An diesem Wochenende tagt dort die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

In Nürnberg sagten nach Angaben der örtlichen Congress- und Tourismuszentrale einige Teilnehmer eines Kongresses ihre Teilnahme streikbedingt ab. «Eine Stornierungswelle hat es aber bei uns in Nürnberg bisher nicht gegeben», berichtete die Tourismus-Chefin.

Stadtführungen fielen nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörden beispielsweise in Köln und München aus. Manche Reisende saßen fest. «Die einen können ihre Reise nicht antreten, die anderen können nicht weiterreisen», sagte der Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands, Ulrich Brandl.

Auch die Anbieter von Städtereisen bekamen die Folgen des Ausstands zu spüren. «Seit der letzten Streikankündigung haben wir sehr viele Anfragen, sowohl von Endkunden und als auch von Reisebüros», hieß es beispielsweise bei Der Touristik in Frankfurt. Der Ausstand habe vor allem Kunden getroffen, die für das Wochenende eine Dertour-Bahnpauschalreise nach Berlin gebucht hätten, um an den Feiern zum 25. Jahrestag des Mauerfalls teilzunehmen. Wenn möglich, wurden Reisende auf Fernbusse oder Züge des Ersatzfahrplans umgebucht.