Lokführerstreik bremst wieder Millionen aus

Die Lokführer haben ihre siebte Streikrunde bei der Deutschen Bahn am Morgen fortgesetzt - Millionen Menschen mussten sich auf dem Weg zur Arbeit erneut in Geduld üben.

Lokführerstreik bremst wieder Millionen aus
Uwe Zucchi Lokführerstreik bremst wieder Millionen aus

In einigen Regionen waren die Einschränkungen zu Beginn des zweiten Tages des Ausstands im Personenverkehr aber nicht so stark wie befürchtet. Der Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) sollte bis zum Abend (21.00 Uhr) laufen, im Güterverkehr bis morgen (9.00 Uhr).

Die Bahn wollte bis zum Abschluss des Arbeitskampfes weiter ein Rumpfangebot aufrechterhalten. Am Mittwoch hatte es in den Fern- und Regionalzügen sowie S-Bahnen teils noch viele freie Plätze gegeben.

Nach dem Ersatzfahrplan der Bahn sollte heute etwa jeder dritte Fernzug fahren. Bei Regionalzügen war es unterschiedlich: Im Westen sollten bis zu 60 Prozent, in Ostdeutschland wegen des dort höheren Organisationsgrades der GDL nur 10 bis 15 Prozent fahren.

Am Morgen teilte die Bahn mit, dass der Ersatzverkehr bundesweit «stabil angelaufen» sei. Auf den Regional- wie auf den Fernstrecken habe man teilweise sogar mehr Verbindungen anbieten können - etwa in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Brandenburg. Im Fernverkehr wurden viele Züge, die weiterhin fuhren, verlängert.

Während der Ausstand der GDL etwa in Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz auch heute den Zugverkehr massiv einschränkte und dort auch den morgendliche S-Bahn-Verkehr traf, war die Lage laut GDL für viele Pendler in Hamburg und Schleswig-Holstein vergleichsweise entspannt - hier gibt es mehr verbeamtete Lokführer, die nicht streiken dürfen. Den privaten Konkurrenten der Deutschen Bahn verschaffte der Streik vielerorts eine höhere Nachfrage.

CDU-Fraktionsvize Michael Fuchs warf GDL-Chef Claus Weselsky vor, den Streit mit der Bahn zulasten der Bürger zu forcieren. «Herr Weselsky führt mit Machtspielen Millionen Bürger an der Nase herum», sagte Fuchs der «Bild-Zeitung». «Ich finde das schlimm.»

Mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verhandelt das Bundesunternehmen weiter. Die größere GDL-Konkurrenz erwartet in Frankfurt ein deutlich verbessertes Angebot. Bis zum 1. Juni müsse ein Abschluss stehen, hatte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba verlangt. Sollte sich die Bahn beim Entgelt und anderen Punkten verweigern, seien die Kollegen bereit, für ihre Forderungen persönlich einzutreten. «Und das bedeutet am Ende Streik.»