Djokovic, Federer, Murray im Wimbledon-Halbfinale

Mit einem Jubiläumssieg ist Boris-Becker-Schützling Novak Djokovic in das Wimbledon-Halbfinale gestürmt und darf genau wie sein Trainer vom dritten Titel beim wichtigsten Tennisturnier der Welt träumen.

Djokovic, Federer, Murray im Wimbledon-Halbfinale
Gerry Penny Djokovic, Federer, Murray im Wimbledon-Halbfinale

Einen Tag nach dem 30-jährigen Jubiläum seines prominenten Coaches setzte sich der Weltranglisten-Erste und Titelverteidiger gegen den kroatischen US-Open-Sieger Marin Cilic mit 6:4, 6:4, 6:4 durch.

Im Kampf um den Einzug ins Endspiel trifft der Serbe nach seinem 50. Sieg in Wimbledon und dem 650. Erfolg auf der Tour entweder in einer Neuauflage des French-Open-Endspiels auf den Schweizer Stan Wawrinka oder den Franzosen Richard Gasquet. Zuvor hatten Roger Federer und Andy Murray nach einem mehrstündigen Geduldsspiel mit zwei Regenunterbrechungen ihren Halbfinal-Gipfel perfekt gemacht.

Federer ließ dem Franzosen Gilles Simon bei seinem 6:3, 7:5, 6:2-Erfolg keine Chance. Nach nur 95 Minuten Spielzeit zog der 33 Jahre alte Schweizer zum zehnten Mal in das Halbfinale ein. Dort bekommt es der 17-malige Grand-Slam-Champion mit dem Olympiasieger und Titelträger von 2013 zu tun. Murray feierte mit dem 6:4, 7:5, 6:4 gegen Vasek Pospisil aus Kanada den 150. Sieg bei einem Grand Slam.

Vor den Augen von Prinz William, dessen Frau Kate und dem ehemaligen englischen Fußball-Nationalspieler David Beckham verwandelte Murray nach 2:13 Stunden seinen zweiten Matchball und ließ sich von den begeisterten Zuschauern auf dem Centre Court feiern. «Ich hoffe, dass wir am Freitag ein gutes Match sehen werden», sagte der 28-Jährige mit Blick auf das spannungsgeladene Duell mit Federer. 12:11 führt der Schweizer noch im direkten Vergleich.

Der doppelte Zwillingspapa war mit seiner Viertelfinal-Schicht deutlich schneller fertig. «Es ist nie leicht mit diesem Stop and Go. Du weißt nie, wann es weitergeht. Aber die Pausen haben mir mehr geholfen als mich behindert. Ich bin mit den Bedingungen ganz gut zurechtgekommen», sagte Federer beim Verlassen von Court 1, der im Gegensatz zum Centre Court nicht über ein Dach verfügt und deshalb den Launen des wechselhaften englischen Wetters ausgesetzt war.

Beim Stand von 3:0 im ersten Satz mussten Federer und Simon zum ersten Mal in die Umkleidekabinen, im zweiten Durchgang wiederholte sich das Schauspiel bei 6:3, 6:5 noch einmal. Doch Federer schienen die Pausen völlig egal zu sein. Nach der zweiten Unterbrechung eröffnete er das Match mit zwei Assen und einem Aufschlag-Winner zum 7:5. Dann gelang ihm zu Beginn des dritten Satzes das Break zum 1:0.

In seinem insgesamt 37. Semifinale bei einem Grand-Slam-Turnier kommt es nun also zum Kräftemessen mit Murray. Ziel seiner Träume ist aber ein zehntes Wimbledon-Endspiel am Sonntag auf dem Centre Court und ein möglicher achter Triumph auf dem berühmten Rasen. So oft hat noch nie jemand das älteste Tennisturnier der Welt gewonnen.

Auf Rekordjagd ist auch Serena Williams in der Damen-Konkurrenz. Die 33 Jahre alte Amerikanerin trifft am Donnerstag im Halbfinale auf Maria Scharapowa. Die 20-malige Grand-Slam-Siegerin will nach ihren Triumphen bei den US Open 2014 sowie den Australian und French Open in diesem Jahr den Serena-Slam perfekt machen und jahresübergreifend alle vier Majors nacheinander für sich entscheiden.

Zudem würde sie ihre Chance wahren, den echten Grand Slam mit vier Titeln in einem Kalenderjahr zu schaffen. Von der Jagd auf die 22 Grand-Slam-Titel von Rekordsiegerin Steffi Graf ganz zu schweigen.