Jubel an der Stamford Bridge: FC Chelsea ist Meister

Nach dem vorzeitigen Titelgewinn seines FC Chelsea verschwand Coach José Mourinho sofort in den Katakomben. Kapitän John Terry sank im Strafraum auf die Knie, die Fans sangen im blauen Lamettaregen glückselig den Stadion-Klassiker «We are the Champions».

Jubel an der Stamford Bridge: FC Chelsea ist Meister
Facundo Arrizabalaga Jubel an der Stamford Bridge: FC Chelsea ist Meister

Der 1:0 (1:0)-Heimsieg gegen Crystal Palace machte die Londoner schon drei Spieltage vor Saisonende zum englischen Fußball-Meister. Mit 83 Punkten sind die Blues von den Verfolgern Manchester City und FC Arsenal (beide 67) nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. 

Schon nach dem entscheidenden Tor von Eden Hazard in der 44. Minute versank die Stamford Bridge im Taumel der Vorfreude. «Hier und heute Meister zu werden, das wäre das Tüpfelchen auf dem i», hatte Kapitän Terry vor der Partie gesagt. Sein Wunsch wurde wahr.

Zweifel am fünften Meistertitel der West-Londoner nach 1955, 2005, 2006 und 2010 hatte es zwar nach dem 0:0 bei Arsenal am vergangenen Spieltag und dem 3:1 im Nachholspiel bei Leicester City am Mittwoch nicht gegeben. Doch Chelsea wollte unbedingt im eigenen Stadion feiern.

Mourinho hatte Profis und Fans auf das Wesentliche eingestimmt: Im Stadionheft, in dem er sonst ausgiebig auf das bevorstehende Spiel eingeht, standen bloß zehn fettgedruckte Worte: «Noch drei Punkte zur Meisterschaft. Lasst es uns gemeinsam tun.» 

Nach drei titellosen Jahren feiert der Portugiese mit dem Triumph seine insgesamt achte Meisterschaft in 13 Jahren. Bei seiner ersten Amtszeit an der Bridge zwischen 2004 und 2007 triumphierte er zweimal. Insgesamt wurde er in vier Ländern Meister - mit Chelsea, dem FC Porto, Inter Mailand und Real Madrid.

Die Blues haben die Meisterschaft verdient. Sie führen die Tabelle seit dem ersten Spieltag an. Seit dem 3:5 bei Tottenham Hotspur am 1. Januar haben sie kein Liga-Spiel mehr verloren. Insgesamt mussten sie wettbewerbsübergreifend nur nach drei von 51 Partien als Verlierer vom Platz. «Ich denke, wir haben mehr Anerkennung verdient, als wir bekommen», sagt Terry.

Der 34 Jahre alte Innenverteidiger ist einer der Stars der Saison. Er war genau wie die Kreativkräfte Eden Hazard und Cesc Fabregas sowie Torjäger Diego Costa überragend. Die von ihm organisierte Abwehr blieb in 17 Partien ohne Gegentor. Zudem gilt er als der letzte große Anführer. Hazard wurde für seine Dribblings und Zauberpässe bereits zum Spieler des Jahres gewählt. Fabregas hat mit 17 Torvorlagen großen Anteil am Titel. Und Costa kam in seinem ersten Jahr auf der Insel zu 19 Liga-Treffern - in nur 24 Spielen.

Zwar wurden die West-Londoner jüngst für ihre Defensivtaktik als langweilig kritisiert. Doch dieser Spott trifft nicht den Kern. Bis Weihnachten zeigten die Blues durchaus spektakulären Offensivfußball und spielten die Gegner an die Wand. 

Seit dem Jahreswechsel setzt Mourinho etwas mehr auf Defensive. Dennoch hat Chelsea derzeit mit 69 Treffern nur ein Tor weniger erzielt als der entthronte Meister Manchester City (70). Die von Mourinho verfügte Balance zwischen Angriff und Verteidigung ist beachtlich. Der «Telegraph» lobte den Meistertrainer: «Er bleibt der inspirierendste Coach der Premier League. Ein Taktiker, der seine Rivalen überlistet, der organisiert und motiviert».