Kate schenkt Großbritannien eine Prinzessin

Großer Jubel für eine kleines Baby: Prinz William (32) und seine Frau Kate (33) sind Eltern eines Mädchens geworden und haben der britischen Monarchie die neue Nummer vier der Thronfolge beschert.

Kate schenkt Großbritannien eine Prinzessin
Hannah Mckay Kate schenkt Großbritannien eine Prinzessin

Die Kleine ist der fünfte Urenkel von Königin Elizabeth II. und nach ihrem Bruder Prinz George (1) der zweite Enkel von Thronfolger Prinz Charles. Sie erhält die offizielle Bezeichnung «Ihre Königliche Hoheit, Prinzessin von Cambridge».  

Zehn Stunden nach der Geburt am Samstagmorgen im privaten Lindo-Flügel des Londoner St. Mary's Hospitals präsentierten William und Kate voller Stolz das Neugeborene den wartenden Fans und Journalisten. Zuvor hatte William auch den kleinen George ins Krankenhaus geholt, um ihn mit seinem Schwesterchen bekanntzumachen.

Die Kleine, deren Namen das Paar noch nicht bekanntgegeben hat, ließ sich von der jubelnden Menschen und den zahlreichen Journalisten nicht stören - sie schlief, eingehüllt in eine Babydecke bei ihrem ersten Auftritt im Rampenlicht. Kate, in einem weiß-gelben Kleid und William im legeren blauen Pulli lächelten glücklich. Ihre erste Nacht zu viert verbrachte die Familie anschließend im nahe der Klinik gelegenen Kensington-Palast, wo die Cambridges ihren Londoner Wohnsitz hat.

In den nächsten Tagen wollen William und Kate mit ihren Kindern auf den Landsitz Anmer Hall in der ostenglischen Grafschaft Norfolk fahren, wo sie die meiste Zeit des Jahres verbringen. Prinz William hat bis Ende Mai unbezahlten Urlaub von seinem Job als Hubschrauberpilot bei einer Flugrettungs-Firma genommen. Am Sonntag waren Kates Schwester Pippa Middleton und ihre Mutter Carole unter den ersten, die den Neuankömmling persönlich begrüßten. 

Prinz William sei bei der Geburt an der Seite seiner Frau gewesen, teilte der Palast mit. Das Töchterchen wog bei der Entbindung 3714 Gramm. Die vor dem Krankenhaus versammelten Royalisten reagierten mit Freudengesängen auf die Nachricht. Einige wenige hatten wochenlang medienwirksam vor dem Krankenhaus campiert. Londoner Wahrzeichen wie die Tower Bridge und der Brunnen am Trafalgar Square wurden am Samstagabend als Zeichen der Freude in rosarotes Licht getaucht.

Vor dem Buckingham-Palast, Dienstsitz von Queen Elizabeth II. (89), wurde nach alter Tradition eine Staffelei mit der frohen Kunde aufgestellt. «Ihre Königliche Hoheit, die Herzogin von Cambridge, wurde um 8.34 Uhr sicher von einem Mädchen entbunden. Ihrer Königlichen Hoheit und ihrem Kind geht es gut», steht darauf zu lesen. Tausende drängten sich vor den Palasttoren, um einen Blick auf die Bekanntmachung zu erhaschen.

Die Geburt, unter Leitung des Gynäkologen Guy Thorpe-Beeston, verlief normal. Kate lag nur etwas mehr als zweieinhalb Stunden in den Wehen - deutlich kürzer als bei ihrem ersten Kind George. «Ich bin sehr sehr glücklich», ließ Prinz William die Journalisten im Vorbeigehen wissen, als er seinen Sohn abholte. Vor gut 30 Jahren hatte William selbst als Zweijähriger seinen neugeborenen Bruder Harry im selben Krankenhaus besucht.

Die Taufe soll erst in einigen Monaten stattfinden. Die Spekulation über den künftigen Namen war aber bereits am Tag nach der Entbindung das Hauptthema. Bei den Buchmachern in den britischen Wettbüros überholte «Charlotte» die bisherige Favoritin «Alice». Charlotte ist die weibliche Form von Charles, einem alten britischen Königsnamen.  

Premierminister David Cameron, der um seine Wiederwahl am kommenden Donnerstag kämpft, wünschte schon vor der Geburt als einer der ersten viel Glück: «Das ganze Land wünscht ihr alles Gute», schrieb der Regierungschef auf Twitter. Auch die Marine schickte Grüße: Auf dem Kriegsschiff «HMS Lancaster» nahmen Matrosen so Aufstellung, dass aus der Luft der Schriftzug «Sister» (Schwester) zu erkennen war.

Die Geburt der kleinen Prinzessin war ein internationales Medienereignis. Überall auf der Welt wurde die Geburt als Topnachricht verkündet. Über den Atlantik schickte das US-Präsidentenpaar seine Gratulation: «Im Namen der amerikanischen Bevölkerung wünschen wir dem Herzog und der Herzogin sowie ihrem Sohn George viel Freude und Glück angesichts der Ankunft des neuesten Mitglieds ihrer Familie», schrieben Michelle und Barack Obama.

Das neugeborene Mädchen wird voraussichtlich nie Königin werden. Es wird hinter seinem Bruder George auf Platz vier der Thronfolge stehen. Onkel Prinz Harry, der in Australien von der Ankunft seiner Nichte erfuhr, rückt nach hinten auf Platz fünf.