Lisicki wendet Wimbledon-Aus ab - Kerber und Maria weiter

Mit einem Kraftakt hat Sabine Lisicki ein frühes Scheitern bei ihrem Lieblingsturnier abgewendet, Angelique Kerber bekommt die Chance auf eine French-Open-Revanche und Tatjana Maria erreichte zum ersten Mal in ihrer Karriere die dritte Runde eines Grand-Slam-Turniers.

Am ersten anfangs regnerischen Wimbledon-Tag haben die Nummer eins und drei im deutschen Damen-Tennis ihre Zweitrunden-Aufgaben mit mehr Mühe als erwartet gelöst. Lisicki setzt sich nach 1:49 Stunden gegen Christina McHale aus den USA mit 2:6, 7:5, 6:1 durch und trifft jetzt auf die French-Open-Halbfinalistin Timea Bacsinszky aus der Schweiz.

Die Weltranglisten-Zehnte Kerber gewann gegen die Russin Russin Anastasia Pawljutschenkowa 7:5, 6:2 und steht nun ebenfalls vor einer heiklen Aufgabe. Die 27-Jährige aus Kiel bekommt es am Samstag mit Garbiñe Muguruza zu tun. Vor gut vier Wochen war Kerber in Paris in der dritten Runde an der 1,82 Meter großen Spanierin gescheitert. «Ich werde versuchen, meine Revanche zu nutzen», sagte Kerber.

Die 27-Jährige Maria aus Bad Saulgau setzte sich gegen die chinesische Qualifikantin Duan Ying Ying mit 1:6, 6:2, 10:8 durch. Dort trifft sie nun auf die US-Amerikanerin Madison Keys.

Lisicki stand auf dem Center Court nach einem völlig missratenen ersten Satz schon kurz vor dem K.o. «Ich war ein bisschen nervös und habe am Anfang schlimme Fehler gemacht», sagte die 25 Jahre alte Berlinerin. «Aber dann habe ich die Präzision in meinen Schlägen gefunden und gut gespielt. Aber ich kann noch besser spielen», sagte die Finalistin von 2013 und bedankte sich artig beim Publikum. Erst mit Kusshand und «Thank you» und später vor der Kamera: «Die Fans haben mir sehr geholfen. Dieser Court ist mein Lieblingsplatz.»

Gegen die zuletzt überragend aufspielende Bacsinszky kann sich Lisicki aber eine derartige Schwächephase wie zu Beginn nicht leisten. Zweimal gab die Aufschlag-Weltrekordlerin im ersten Satz ihr Service ab, sie leistete sich 14 unerzwungene Fehler.

Doch dann steigerte sich die Weltranglisten-18. deutlich und ließ McHale im dritten Satz keine Chance mehr. Seit ihrem Erstrunden-Aus beim Debüt 2008 hat Lisicki anschließend bei allen Teilnahmen immer mindestens das Viertelfinale erreicht - und steht auch in diesem Jahr wieder auf der Liste der «dark horses» als Geheimfavoritin.

Nicht mehr nur als Geheim-, sondern als ernstzunehmende Titelanwärterin wird ihre Fed-Cup-Kollegin Kerber gehandelt. Gegen Pawljutschenkowa hatte die Linkshänderin nur anfangs Probleme, nutzte aber schließlich nach 72 insgesamt überzeugenden Minuten ihren dritten Matchball und feierte im siebten Vergleich mit der Weltranglisten-42. Pawljutschenkowa ihren vierten Sieg.

An diesem Freitag hat Andrea Petkovic als erste deutsche Spielerin die Chance auf den Einzug in das Achtelfinale. Die 27-Jährige aus Darmstadt trifft auf Sarina Dijas aus Kasachstan. «Das wird ganz unangenehm», sagte die Hessin vor dem Duell mit der Nummer 34 der Welt. «Ich muss versuchen, mein Spiel zu spielen. Dann werde ich meine Chancen schon bekommen.» Dijas hatte zuletzt in Stuttgart mit einem 6:0, 6:0-Erfolg für Aufsehen gesorgt. Gegen Sabine Lisicki.