Presse: Barclays will mehr als 30 000 Stellen streichen

Die seit langem schwächelnde britische Großbank Barclays steht Berichten zufolge vor einem massiven Stellenabbau.

Das Institut könnte in den nächsten beiden Jahren mehr als 30 000 Arbeitsplätze streichen, schreibt die «Times» (Montag) unter Berufung auf hochrangige Quellen im Geldhaus. Ein Insider bestätigte der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass jede vierte Stelle durch die laufenden Sparprogramme wegfallen könnte.

Ende 2014 hatte Barclays noch 132 000 Beschäftigte. Das Institut wollte sich zu den Berichten nicht äußern. «Kommende Woche (29.7.) geben wir unsere Zwischenbilanz für 2015 bekannt, bis dahin kommentieren wir nicht», sagte eine Sprecherin.

Vor knapp zwei Wochen hatte die Bank ihren Vorstandschef Antony Jenkins angesichts des schleppenden Umbaus und der chronischen Renditeschwäche vor die Tür gesetzt. Vorübergehend führt Verwaltungsratschef John McFarlane die Geschäfte. Er gilt als harter Sanierer. Barclays steht bei Investoren wegen zu hoher Kosten in der Kritik.

In den vergangenen sechs Jahren hat Barclays insgesamt rund 12 000 Stellen abgebaut, weitere 7000 sollen nach bisherigen Plänen in diesem Jahr folgen. Weit härter gingen zwei in der Finanzkrise teilverstaatlichte Konkurrenten vor.

So reduzierte Lloyds seine Belegschaft auch durch Spartenverkäufe um gut 37 000 auf 95 000, die Royal Bank of Scotland (RBS) halbierte ihre Mitarbeiterzahl sogar fast auf knapp 90 000.

Barclays kämpft mit ähnlichen Problemen wie die Deutsche Bank. Beide Institute betreiben ein umfangreiches Investmentbanking neben dem klassischen Bankgeschäft. Dieses Geschäftsmodell wird von Aufsichtsbehörden kritisch beäugt und mit besonders hohen Kapitalanforderungen versehen. Beide Geldhäuser waren zudem in zahlreiche Skandale der Branche in den vergangenen Jahren verwickelt, die viel Geld und Ansehen kosteten.