Ölpreise fallen nach Fed-Kommentaren um mehr als zwei Dollar

Die Ölpreise sind am Donnerstag nach den Entscheidungen und Kommentaren der US-Notenbank Fed vom Vorabend stark unter Druck geraten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur August-Lieferung fiel bis zum Mittag auf 103,89 Dollar.

Das waren 2,20 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Juli-Lieferung sank um 2,21 Dollar auf 96,06 Dollar.

Am Mittwochabend hatte US-Notenbankchef Ben Bernanke die Finanzmärkte aufgemischt, als er sich konkret zum Zeitplan für den Ausstieg aus den milliardenschweren Anleihekäufen äußerte. Sollten die Konjunkturdaten erwartungsgemäß ausfallen, sei eine erste Reduzierung der Käufe «später in diesem Jahr» möglich, sagte Bernanke. Danach könnten sie schrittweise verringert und Mitte 2014 komplett eingestellt werden.

Die Commerzbank sprach am Donnerstag von «panikartigen Verkäufen» an den Rohstoffmärkten. Zudem dürfte auch der deutlich gestiegene US-Dollar die Ölpreise belastet haben. Ein höherer Dollar macht Rohöl für Anleger aus anderen Währungsräumen günstiger. Bei den Ölpreisen sollten jedoch die geopolitischen Risiken die Kurzverluste zumindest begrenzen, erwartet die Commerzbank.

Zudem haben auch schwache Konjunkturdaten aus China die Ölpreise belastet. Mit dem HSBC-Einkaufmanagerindex war ein wichtiger Frühindikator stärker als erwartet gefallen. Zudem mehren sich die Zeichen, dass die Regierung um den seit drei Monaten amtierenden Staatspräsidenten Xi Jinping bei der Konjunktur noch stärker das Tempo drosseln will.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Donnerstag kostete ein Barrel am Mittwoch im Durchschnitt 103,78 Dollar. Das waren 68 Cent mehr als am Dienstag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der zwölf wichtigsten Sorten des Kartells.