Lucke beim Parteitag: Zuwanderung kein dominantes AfD-Thema

Kurz vor dem offiziellen Beginn des Bundesparteitages der Alternative für Deutschland (AfD) hat der Parteivorsitzende Bernd Lucke versucht, den innerparteilichen Streit über Zuwanderung und Islam zu entschärfen.

Zuwanderung, Asyl und die Integrationsfähigkeit muslimischer Zuwanderer seien zwar Fragen, mit denen sich seine Partei auseinandersetze, sagte er am Freitag vor Journalisten im Bremer Parteitags-Hotel. Lucke, der einer von drei Parteivorständen ist, betonte jedoch: «Das ist nicht das dominante Thema für die AfD.» Wichtiger seien Wirtschaftspolitik, Steuerfragen und Sozialpolitik.

Der stellvertretende Bundesvorsitzende, Alexander Gauland, bemühte sich ebenfalls, die Wogen zu glätten. Er sagte, er habe nie einen Stopp für die Einwanderung von Muslimen aus dem Nahen Osten gefordert. Ein syrischer Arzt mit Deutschkenntnissen passe aber sicher besser zu Deutschland als etwa eine Bäuerin aus dem Jemen, fügte er hinzu. Laut Gauland gibt es zwei Anträge, auf dem Parteitag auch über das Verhältnis der AfD zur islamkritischen Pegida-Bewegung aus Dresden zu diskutieren.

In den vergangenen Wochen hatten einige Mitglieder der AfD den Rücken gekehrt, weil sie ein Erstarken des rechten Flügels festgestellt hatten. Die AfD war 2013 als eurokritische Partei gegründet worden.