Habeck bekommt von Nord-Grünen Unterstützung für Bundespläne

Mit kräftiger Rückendeckung der Landes-Grünen kann Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck seine bundespolitischen Ambitionen in Angriff nehmen.

Ein Landesparteitag unterstützte in Lübeck die Pläne des 45-Jährigen, Spitzenkandidat der Grünen bei der Bundestagswahl 2017 zu werden. Habeck verteidigte seine frühzeitige Bewerbung für die Spitzenkandidatur. Er wisse, dass er in der Partei Überraschung und auch Enttäuschungen ausgelöst habe. Er glaube aber nach Gesprächen mit der Bundesspitze an die Chance, aus dieser Situation heraus die Partei weiter nach vorne zu bringen.

Seine Kandidatur sei vielleicht naiv, sicherlich riskant und gehe eventuell grandios schief, sagte Habeck. «Dann hat sich die Partei bewusst anders entschieden. Aber auch das ist allemal besser als ein bewusstloses Taumeln durch Rituale.» Eine Partei brauche eine Wahl. «Politik fängt ja gerade eben erst da an, wo wir den Raum des vermeintlichen Sachzwangs und der vorgeblichen Notwendigkeit verlassen.»

Parteichef Cem Özdemir, dem ebenfalls Ambitionen auf die Spitzenkandidatur nachgesagt werden, hatte Tage vor Habecks offizieller Ankündigung davor gewarnt, jetzt eine Debatte über die Spitzenkandidatur zu führen, weil dies nicht an der Zeit sei. Später lobte er Habeck aber als «Klassetyp». Der «Tageszeitung» («taz»/Online) sagte Özdemir nun, er werde frühestens im November erklären, ob er gegen Habeck antrete.

Zu Landesvorsitzenden in Schleswig-Holstein wurden Amtsinhaberin Ruth Kastner (63) und der ehemalige Bundestagsabgeordnete Arfst Wagner (61) gewählt. Er setzte sich in einer Stichwahl gegen den Studenten Lasse Petersdotter (25) durch. Amtsinhaber Peter Stoltenberg (65) war nach dem ersten Wahlgang ausgeschieden.