Merkel bei Eröffnung des Hansemuseums in Lübeck

Im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und zahlreichen Gästen aus dem In- und Ausland ist am Mittwoch in Lübeck das Europäische Hansemuseum eröffnet worden. 

Merkel bei Eröffnung des Hansemuseums in Lübeck
Carsten Rehder Merkel bei Eröffnung des Hansemuseums in Lübeck

Die Hanse habe die europäische Geschichte maßgebend mitbestimmt und könne auch ein Vorbild für die Europäische Union sein, sagte Merkel in ihrer Rede vor rund 500 Gästen. 

Das nach dreijähriger Bauzeit vollendete Museum zeigt die Entwicklung der Hanse zur wirtschaftlichen und politischen Macht, die bis ins 17. Jahrhundert den Fernhandel in Nordeuropa beherrscht hat. Dem Städtebund gehörten zeitweise bis zu 200 Städte von den Niederlanden bis ins Baltikum, von Schweden bis nach Deutschland an.

Die Ausstellung erzählt vom Wagemut der Fernhandelskaufleute, von Reichtum, Prunk und Macht. Doch auch die Rückschläge wie Pest und kriegerische Auseinandersetzungen erleben die Besucher. «Wir haben Schlüsselszenen der Hansegeschichte in Nowgorod, Brügge, Bergen, London und natürlich auch in Lübeck szenisch dargestellt. Diese Rekonstruktionen basieren auf dem aktuellen Forschungsstand und sind so historisch wie möglich nachgebildet», sagte Museumsplaner Andreas Heller. So sind die Stoffe, die in der nachgebauten Tuchhalle von Brügge gehandelt werden, nach historischen Vorbildern eigens für das Museum gewebt worden.

Die Zeitreise für die Besucher beginnt bereits weit vor der Gründung der Hanse - nämlich um das Jahr 900. Aus dieser Zeit stammt der älteste Fund, den Archäologen bei den Bauarbeiten zum Museum im Burghügel gemacht haben. Die archäologischen Funde wurden in das Museum einbezogen.

Die Baukosten für das Haus, die zuletzt noch einmal um fünf Millionen auf jetzt 50 Millionen Euro gestiegen waren, trägt größtenteils die Lübecker Possehl-Stiftung. Für die Öffentlichkeit ist das Museum von Samstag (30. Mai) an geöffnet.