Lufthansa führt neues Preismodell ein

Die Lufthansa will ihr neues Preismodell für Flugtickets heute offiziell vorstellen.

Lufthansa führt neues Preismodell ein
Frank Rumpenhorst Lufthansa führt neues Preismodell ein

Das künftige Tarifsystem orientiert sich an den Billigflug-Airlines: Für die günstigsten Angebote ist dann zum Beispiel nur noch Handgepäck im Preis inbegriffen, Umbuchungen sind nicht mehr möglich.

Das berichten die «Süddeutsche Zeitung» (SZ/Samstag) und der «Focus». Wie der Konzern bereits mehrfach angedeutet hatte, werden dazu ab dem Herbst 2015 die drei Tarife «Light», «Classic» und «Flex» in der Economy-Klasse eingeführt.

Eine Sprecherin des Unternehmens sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Verkauf mit den neuen Preiskategorien solle dann am Dienstag für Flüge ab dem 1. Oktober beginnen. Bei der Billig-Tochter Germanwings gibt es bereits ein fast identisches Tarifmodell.

Es sei die größte Tarifumstellung seit Jahrzehnten, zitiert die «SZ» den für den Ticket-Vertrieb zuständigen Passage-Vorstand Jens Bischof. «In unserem neuen Konzept zahlt der Kunde nur für das, was er auch in Anspruch nimmt», sagte der Lufthansa-Manager der Zeitung. Der günstigste Preis solle immer zehn Euro unter den bisher niedrigsten Angeboten liegen und ab 89 Euro für den Hin- und Rückflug erhältlich sein. Es sei vorstellbar, dass das Preismodell später auch für Langstreckenflüge eingeführt wird.

Die größte deutsche Airline reagiert damit auf die immer stärker werdende Konkurrenz, die den gleichen Flug zu völlig unterschiedlichen Preisen - je nach Service, Buchungszeitpunkt und Umtauschmöglichkeit - anbietet. «Ziel ist es, auch mit Hilfe der unterschiedlichen Flugpreise die Flüge möglichst gleichmäßig auszulasten», sagte Lufthansa-Manager Jörg Hennemann der Zeitung. Im vergangenen Jahr habe die Auslastung im Schnitt bei 80 Prozent gelegen. Bisher galt ein relativ einheitliches Tarifsystem als ein Merkmal der Marke Lufthansa.

Auch künftig soll es allerdings laut Bischof kostenlose Getränke und Snacks an Bord geben, für die Kunden von Billigfliegern auch extra bezahlen müssen. Ebenso bleibe die Business-Klasse für Geschäftskunden erhalten.