Lufthansa-Jobgipfel mit allen Gewerkschaften begonnen

Bei der streikgeplagten Lufthansa ist der Unternehmensvorstand mit allen drei Hausgewerkschaften zu einem sogenannten Jobgipfel zusammengekommen.

Das bestätigte am Mittwochnachmittag ein Sprecher des Unternehmens in Frankfurt.

Das Treffen im Anschluss an die Aufsichtsratssitzung sollte dazu beitragen, den Dauerstreit zwischen Management und den Arbeitnehmervertretern zu lösen, der bereits zu 13 Pilotenstreiks und einem Rekordausstand der Flugbegleiter geführt hat. Gesprochen werden sollte insbesondere über die Auswirkungen des geplanten Konzernumbaus auf die Arbeitsplätze im Inland.

Erst in buchstäblich letzter Sekunde hatte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ihre Teilnahme zugesagt. Zuvor habe das Unternehmen zugesichert, dass sie Gesprächsinhalte nicht vor Gericht gegen die VC verwerten werde, teilte die Gewerkschaft mit. Die VC hatte Bedenken geäußert, dass ihre Teilnahme juristisch als erneute illegale Einmischung in unternehmerische Belange des Konzerns gewertet werden könne.

«Der Jobgipfel kann und wird Tarifverhandlungen nicht ersetzen. Uns geht es um einen Austausch mit dem Konzernvorstand zum Umgang des Managements mit den Gewerkschaften», sagte VC-Präsident Ilja Schulz. Eine Sprecherin der vor allem fürs Bodenpersonal zuständigen Gewerkschaft Verdi nannte das Treffen «schon lange überfällig». Zielsetzung müsse es sein, möglichst viele Jobs in Deutschland zu halten.

Verdi ist die bislang einzige der drei tariffähigen Gewerkschaften, die mit der Lufthansa in der aktuellen Runde einen Tarifvertrag abgeschlossen hat. Neben Lohnsteigerungen einigten sich beide Seiten auch auf eine Reform der Betriebsrenten für rund 33 000 Mitarbeiter des Bodenpersonals. Bei der Flugbegleitergewerkschaft Ufo hatte der Verdi-Abschluss für Unmut gesorgt, weil dessen Ergebnisse nun den anderen Gewerkschaften als Vergleichsmarke vorgehalten würden.

Die VC hat sich dazu nicht geäußert, sondern auf die angeblich grundsätzlich anderen Tarifprobleme beim fliegenden Personal hingewiesen. Flugbegleiter und Piloten der Lufthansa haben im Unterschied zum Bodenpersonal bislang Anspruch auf eine vom Unternehmen bezahlte Übergangsversorgung bis zum Renteneintritt.