Lufthansa-Passagiere müssen sich weiter gedulden

Lufthansa-Passagiere müssen sich weiter in Geduld üben. Noch bis Mitternacht läuft die jüngste Streikwelle. Sie betrifft Langstrecken- und Frachtflüge.

Lufthansa-Passagiere müssen sich weiter gedulden
Malte Christians Lufthansa-Passagiere müssen sich weiter gedulden

«Betroffen sind die Flughäfen in Frankfurt, München und Düsseldorf», sagte ein Sprecher der Lufthansa Donnerstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Die Vereinigung Cockpit (VC) hält am dem Ausstand fest, obwohl die Lufthansa am Mittwoch eine Schlichtung in dem Dauerstreik angeboten hat. In dem Tarifkonflikt geht es um die von Streichung bedrohten Übergangsrenten von rund 5400 Piloten bis zum Ruhestand. Die Gewerkschaft will dieses Angebot aber erst in der kommenden Woche prüfen.

Die Lufthansa hat im Internet eine Liste mit den gestrichenen Passagierflügen veröffentlicht. Die Hälfte der Langstreckenflieger solle trotz des Streiks abheben, teilte das Unternehmen mit. Lufthansa Cargo will 9 von 15 Frachtflügen ab Frankfurt starten lassen.

Die Streiks der Flugkapitäne kommen die deutsche Wirtschaft nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung teuer zu stehen. Alexander Schumann, Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), erklärte, der Schaden könne sich nach einigen Streiktagen auf bis zu 25 Millionen Euro täglich belaufen.

Die Streikwelle der Piloten läuft bereits seit April. Die mittlerweile neunte Streikrunde ging erst am Dienstag zu Ende. Von rund 1400 Flugausfällen waren laut Lufthansa 150 000 Passagiere betroffen. Cockpit kündigte an, nach den Streiks am Donnerstag seien weitere Arbeitsniederlegungen mit Ausnahme der Weihnachtsfeiertage möglich.

Trotz der Streiks hatte die Lufthansa am Mittwoch einen massiven Ausbau ihres Billigangebots auf den Weg gebracht. Damit will der Konzern im harten Preiskampf anderen europäischen Billigfliegern wie Ryanair oder Easyjet die Stirn bieten. Der Aufsichtsrat des Unternehmens billigte am Mittwoch ein Konzept von Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Dabei setzt der Konzern komplett auf die Marke Eurowings. Die bereits bestehende Tochtergesellschaft erhält größere Flugzeuge und soll künftig kostengünstige Direktflüge sowohl innerhalb Europas als auch auf der Langstrecke anbieten.