Luxemburg hat ein neues Parlament gewählt

Luxemburg hat am Sonntag ein neues Parlament gewählt. Knapp 240 000 Wahlberechtigte waren bis 14.00 Uhr aufgerufen, in mehr als 600 Wahllokalen des Großherzogtums abzustimmen.

Premierminister Jean-Claude Juncker (58) gab seinen Wahlzettel gegen Mittag in Capellen im Südwesten des Landes ab. Es wird erwartet, dass Juncker mit der Christlich-Sozialen Volkspartei (CSV) erneut die meisten Stimmen holen wird. Ob es zu einer Neuauflage der schwarz-roten Koalition kommt, gilt aber als ungewiss. Die Sozialdemokraten streben eine Dreier-Koalition mit den Liberalen und Grünen an. Erste Wahlergebnisse soll es am Abend geben.

Juncker ist seit 1995 Premierminister von Luxemburg und damit der dienstälteste Regierungschef der EU. Seine Regierung war im Juli an einer Geheimdienst-Affäre um illegale Abhöraktionen zerbrochen: Die Sozialdemokraten hatten dem Regierungschef im Juli ihre Unterstützung aufgekündigt. Ursprünglich wäre das Parlament erst im Mai 2014 gewählt worden.

Neun Parteien schicken 540 Kandidaten für die 60 Plätze in der Abgeordnetenkammer ins Rennen. Da im Großherzogtum Wahlpflicht besteht, liegt die Wahlbeteiligung meist um die 90 Prozent. Gut 18 000 Wahlberechtigte haben bereits per Briefwahl abgestimmt.

Zuletzt hatte Junckers CSV im Parlament 26 von 60 Sitzen. Die Sozialdemokraten kamen auf 13 Sitze, die Liberalen auf 9 und die Grünen auf 7.