Maas für Freierbestrafung statt Prostitutionsverbot

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hält ein Verbot der Prostitution wie etwa in Schweden für keine gute Idee. Das würde dazu führen, dass die Prostitution «völlig in die Illegalität gedrängt wird. Und das wird sich zum Nachteil aller Prostituierten auswirken».

Maas für Freierbestrafung statt Prostitutionsverbot
Ole Spata Maas für Freierbestrafung statt Prostitutionsverbot

Stattdessen wolle die Bundesregierung mit ihrem Gesetzentwurf die Strukturen für Ausbeutung und Zwangsprostitution trockenlegen, sagte Maas im ARD-«Morgenmagazin». Freier von Zwangsprostituierten müssen demnach künftig mit Freiheitsstrafen von drei Monaten bis zu fünf Jahren rechnen.

Frauenrechtlern geht der Entwurf jedoch nicht weit genug. Die Stuttgarter Sozialarbeiterin Sabine Constabel sagte im ARD-«Morgenmagazin», Deutschland werde weiter «das Bordell Europas» bleiben. So wäre eine Altersgrenze für Prostituierte von 21 Jahren sinnvoll gewesen, da vor allem jüngere Frauen aus Osteuropa zur Prostitution gezwungen würden. «Aber die SPD hat das vom Tisch gewischt», beklagte Constabel.

Maas verspricht sich von dem Gesetz gegen Zwangsprostitution eine Abschreckungswirkung für Freier. «Wir treffen als Staat eine Grundentscheidung, dass wir so was nicht akzeptieren und auch nicht tolerieren, und dass wir mit den strafrechtlichen Möglichkeiten, die wir haben, dagegen vorgehen. Das muss jeder wissen, der sich darauf einlässt.» Die Strafandrohung gilt für Fälle, in denen die persönliche oder wirtschaftliche Zwangslage oder die Hilflosigkeit einer Person ausgenutzt wird. Zuhältern von Zwangsprostituierten drohen Strafen von bis zu zehn Jahren.