Magdeburger OB verlässt SPD im Streit über Asylpolitik

Im Streit über die Flüchtlingspolitik ist Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper aus der SPD ausgetreten. Er habe am Mittwochmorgen persönlich sein Parteibuch in der Parteizentrale abgegeben, zitierte die «Magdeburger Volksstimme» (Online-Ausgabe) den Politiker.

Der Sprecher der SPD Sachsen-Anhalt, Martin Krems-Möbbeck, bestätigte den Parteiaustritt. Der Kommunalpolitiker - seit 2001 im Amt - hatte sich zuletzt für eine Begrenzung der Flüchtlingszahlen ausgesprochen und Äußerungen der SPD-Landesspitze zu dem Thema als realitätsfern kritisiert.

SPD-Stadtchef Falko Grube schrieb auf seiner Facebook-Seite, Trümper habe ihm gegenüber den Austritt mit unterschiedlichen Auffassungen innerhalb der Partei zur Flüchtlingspolitik begründet. Der Oberbürgermeister selbst sagte der «Magdeburger Volksstimme», SPD-Landes- und Fraktionschefin Katrin Budde habe ihm am Dienstagabend gesagt, dass er mit seinen Äußerungen zur Flüchtlingspolitik sowohl der SPD als auch ihr als Spitzenkandidatin für die nächste Landtagswahl schade. Um Schaden von der SPD abzuhalten, trete er aus, sagte Trümper der Zeitung. «Ich bin nicht bereit, mir den Mund verbieten zu lassen.»

Trümper war für die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Der 60-Jährige gehörte der SPD seit 1990 an.