Mann schießt in Ferguson auf Polizisten

Ein Jahr nach dem Tod von Michael Brown sind in der US-Stadt Ferguon (Missouri) erneut Schüsse gefallen. Ein Mann habe nach Protesten das Feuer auf vier in zivil gekleidete Polizisten eröffnet, sagte Polizeichef Jon Belmar.

Der Täter wurde getroffen und kam in kritischem Zustand ins Krankenhaus, wo er operiert wurde. Die vier an der Schießerei beteiligten Beamten seien beurlaubt worden, sagte Belmar.

«Es war eine bemerkenswerte Zahl an Schüssen», erklärte er. Der Verletzte habe eine gestohlene Pistole bei sich gehabt. Laut einem Bericht des «St. Louis Post-Dispatch» soll der 18-Jährige dem getöteten Brown nahegestanden haben.

Die Zeitung berichtete von chaotischen Szenen, als Polizisten, Journalisten und Demonstranten über die Straße rannten, um sich hinter geparkten Autos vor dem Feuer in Sicherheit zu bringen. Auf Twitter sprach die Polizei von «heftigem Beschuss» und veröffentlichte ein Foto der durchschossenen Frontscheibe eines Autos.

Am frühen Montagmorgen setzte die Polizei der Zeitung zufolge Rauchbomben ein und forderte Menschen nahe der Gedenkstätte am Todesort Browns auf, sich zu zerstreuen. Die von vielen Beobachtern geforderten Körperkameras trugen die vier Beamte demnach während des Schusswechsels mit dem Schützen nicht.

Einen weiteren Schusswechsel habe es zwischen zwei Gruppen gegeben, sagte Belmar, machte aber keine näheren Angaben. Der Zeitung zufolge wurden zwei 17 und 19 Jahre alte Teenager getroffen, als Unbekannte aus einem fahrenden Auto nahe der Gedenkstätte auf sie schossen. Bis auf die beiden zeitgleichen Vorfälle blieben die Proteste und Gedenkveranstaltungen rund um den Tod Browns aber friedlich.

Der Afroamerikaner war am 9. August 2014 von dem weißen Polizisten Darren Wilson erschossen worden. Der 18-Jährige war unbewaffnet. Am Sonntag erinnerten hunderte Menschen an ihn. Im Laufe der Nacht versammelte sich eine größere Menschenmenge an der West Florissant Avenue, wie die «New York Times» berichtete. Dort war es nach dem Tod Browns zu Unruhen gekommen. Einige Demonstranten blockierten in der Nacht vorübergehend die Straße.