Maple Bank in Frankfurt bleibt dicht

Die Frankfurter Maple Bank ist am Montag geschlossen geblieben.

Maple Bank in Frankfurt bleibt dicht
Oliver Berg Maple Bank in Frankfurt bleibt dicht

Die Finanzaufsicht Bafin hatte dies am Wochenende mit sofortiger Wirkung angeordnet, weil dem Ableger der kanadischen Maple Financial Group wegen einer millionenschweren Steuerrückstellung die Überschuldung droht.

Die Bank bestätigte, dass die Rückstellung im Zusammenhang mit den laufenden Ermittlungen der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft zu möglicherweise illegalen «Cum-Ex»-Aktiengeschäften aus den Jahren 2006 bis 2010 steht. Auch zahlreiche andere Banken und Einzelpersonen stehen im Verdacht, ähnliche Geschäfte rund um die Dividendentermine von Aktiengesellschaften betrieben zu haben. Die Schließung der Maple Bank wird als Beleg für ein hartes Vorgehen der Behörden gewertet.

Im vergangenen September hatte es in dem Fall eine bundesweite Razzia gegeben. Als Beschuldigte führen die Ermittler elf ehemalige oder aktuelle Beschäftigte der Maple-Niederlassung in Frankfurt. Ihnen wird Steuerhinterziehung und teils Geldwäsche vorgeworfen. Es soll laut «Süddeutscher Zeitung» um 450 Millionen Euro gehen, für die steuerrechtlich möglicherweise die Bank gerade stehen muss.

«Die Ermittlungen dauern an. Es sind umfangreiche Informationen auszuwerten», sagte am Montag der Frankfurter Oberstaatsanwalt Alexander Badle. Man nehme die Bafin-Anordnung zur Kenntnis, wolle sie aber nicht weiter kommentieren.

Bei den umstrittenen Steuerdeals werden Aktien mit (cum) und ohne (ex) Dividendenanspruch rund um den Dividendenstichtag eines Unternehmens rasch zwischen mehreren Beteiligten hin- und hergeschoben. Bescheinigungen über Kapitalertragsteuer ließen sich die Beteiligten mehrfach ausstellen - obwohl diese nur einmal gezahlt wurde. Das Bundesfinanzministerium hat dieses Steuerschlupfloch 2012 nach Milliardenausfällen geschlossen und pocht darauf, dass die Deals bereits zuvor illegal gewesen seien.