Marathon-Sitzung beim Klimagipfel in Peru

Auf der Klimakonferenz in der peruanischen Hauptstadt Lima haben die 195 Teilnehmerstaaten am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) weiter um einen Kompromiss gerungen.

Marathon-Sitzung beim Klimagipfel in Peru
Paolo Aguilar Marathon-Sitzung beim Klimagipfel in Peru

Vor allem beim Thema Geld gingen die Meinungen heftig auseinander. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) war bereits kurz vor dem eigentlich für Freitagabend geplanten offiziellen Ende der Konferenz abgereist.

In Lima soll ein brauchbares Gerüst entstehen, damit in einem Jahr in Paris die Einigung auf einen Weltklimavertrag gelingen kann. Erklärtes Ziel ist es, mit verpflichtenden Minderungszusagen die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen.

Die Direktorin des Klimaprogramms am World Resources Institute in Washington, Jennifer Morgan, sagte, sie habe noch Hoffnung auf ein Ergebnis. «Die Gefahr ist aber, dass es am Ende einen sehr kurzen und vagen Text geben wird und wir nicht viel weiter sind als auf der Klimakonferenz letztes Jahr in Warschau.»

Unklar war bis zuletzt vor allem, wie die von 2020 an von den Industrieländern zugesagten 100 Milliarden Dollar pro Jahr zustande kommen sollen. Im nächsten Jahr sollen auch Entwicklungsländer sagen, was sie etwa an Klimaschutz vom Jahr 2020 an planen. Einige wollen zuvor Finanzhilfen für ihre Aktionen zugesichert bekommen; die Industrieländer treten hier auf die Bremse. Umstritten waren auch die Kriterien für die nationalen Klimaschutzzusagen, die bis Frühjahr 2015 vorgelegt werden sollen.

Die EU will bis 2030 mindestens 40 Prozent weniger CO2 ausstoßen als noch 1990, China will erst von 2030 an Emissionen reduzieren.

Der SPD-Europapolitiker Jo Leinen zeigte sich enttäuscht: «Leider gehen wir hier voraussichtlich mit einem Dokument nach Hause, das viele vage und weiche Formulierungen enthält. Das erfordert eine Herkulesarbeit, um in Paris einen Weltklimavertrag zu liefern.»