Maschinenbau trotz Konjunkturflaute zuversichtlich für 2015

Der deutsche Maschinenbau blickt trotz allgemein trüberer Konjunkturaussichten zuversichtlich ins kommende Jahr.

Maschinenbau trotz Konjunkturflaute zuversichtlich für 2015
Felix Kästle Maschinenbau trotz Konjunkturflaute zuversichtlich für 2015

«Wir gehen nicht zurück, sondern wir wachsen», sagte der Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Reinhold Festge, am Dienstag in Berlin. Er bekräftigte, dass die Produktion 2015 um Inflationseffekte bereinigt um zwei Prozent zulegen dürfte.

Für dieses Jahr erwartet der Verband nur noch ein Plus von einem Prozent, vor allem wegen globaler Krisen. Der Umsatz 2014 dürfte auf das Rekordniveau von 210 Milliarden Euro (2013: 206 Milliarden Euro) steigen. Gebraucht würden mehr Investitionen in Deutschland.

Um dem Wachstum stärker auf die Sprünge zu helfen, solle mehr in Forschung, Datennetze, Stromtrassen und Verkehrswege investiert werden. Finanziert werden dürfe dies aber nicht durch neue Steuern, sagte Festge.

Er kritisierte, dass die Bundesregierung mit der Rente mit 63 und der Mütterrente «leichtsinnig sehr viel Geld ausgegeben» habe. Der Verband warnte vor Eingriffen in Werkverträge und Zeitarbeit, die als flexible Instrumente unverzichtbar seien. Die Beschäftigung hat 2014 zugenommen, was auch die Zuversicht der Branche zeige. Im August arbeiteten mehr als eine Million Menschen im Maschinenbau und damit 18 000 mehr als ein Jahr zuvor.

Bei den Exporten droht indes ein Dämpfer. Bis Ende Juli lag das Volumen mit 87,7 Milliarden Euro um rund 500 Millionen Euro unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Es sei zu befürchten, dass dieses Minus bis Jahresende nicht ganz aufzuholen sei, sagte Festge. Ins Kontor schlägt der Einbruch im Russlandgeschäft angesichts der EU-Sanktionen wegen des Ukraine-Konflikts. Der Verband monierte eine «überzogene Handhabung» der Sanktionen in Deutschland. Bitter sei, dass Anbieter etwa aus China sofort in die Lücke springen.

Positive Effekte erwartet die Branche von der Abwertung des Euro im Vergleich zum Dollar, was deutsche Produkte preisgünstiger macht. Bedeutsamer dürfte der US-Markt werden, Ausrüstungsbedarf gebe es etwa in der Autoindustrie. Das geplante Freihandelsabkommen der EU mit den USA (TTIP) verspreche klare Kostenentlastungen. Mittel- und langfristig biete auch Afrika große Chancen, erklärte der Verband.