Massives Polizeiaufgebot vor Kölner Erdogan-Demo

In Köln hat eine Demonstration von Anhängern des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan begonnen. Mehrere Tausend Deutschtürken hatten sich dazu auf einem Gelände am rechten Rheinufer versammelt, viele von ihnen mit türkischen Flaggen.

Massives Polizeiaufgebot vor Kölner Erdogan-Demo
Oliver Berg Massives Polizeiaufgebot vor Kölner Erdogan-Demo

Gleichzeitig zogen rechtsextremistische Gegendemonstranten durch die Stadt. Die Polizei war mit 2700 Beamten im Einsatz.

Etwa 10 000 Menschen seien am Versammlungsort im Stadtteil Deutz eingetroffen, hatte die Polizei kurz vor Beginn der türkischen Kundgebung berichtet. Die Veranstalter hatten insgesamt 30 000 Menschen erwartet. Thema ist der vereitelte Militärputsch in der Türkei. Eine von den Veranstaltern geplante Zuschaltung von Erdogan auf einer Großleinwand war angesichts der aufgeheizten Stimmung schon im Vorfeld verboten worden. Der türkische Sportminister Akif Cagatay Kilic wollte persönlich nach Köln kommen, um bei der Kundgebung zu reden.

Das Kundgebungsgelände wurde von zahlreichen Polizisten bewacht. Es sind 2700 Beamte im Einsatz. Auch Wasserwerfer stehen bereit. Angemeldet sind vier Gegenkundgebungen, unter anderem von der rechtsextremistischen Splitterpartei Pro NRW.

Thema der türkischen Kundgebung ist der vereitelte Militärputsch in der Türkei. Organisiert wird die Veranstaltung maßgeblich von der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD), die der AKP, der Partei des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, nahesteht. Eine von den Veranstaltern geplante Zuschaltung türkischer Politiker, vor allem von Erdogan selbst live auf einer Großleinwand wurde angesichts der aufgeheizten Stimmung verboten. Die Veranstalter hatten sich gegen das Verbot gerichtlich gewehrt, waren aber in einem Eil-Verfahren bis zum Bundesverfassungsgericht gescheitert.

Der UETD-Generalsekretär Bülent Bilgi betonte den friedlichen und demokratischen Charakter der Veranstaltung. «Uns geht es heute um ein friedliches und harmonisches Miteinander und um gegenseitigen Respekt», beteuerte er.

Zu Beginn der Veranstaltung am Nachmittag sollen nach Angaben Bilgis die türkische und die deutsche Nationalhymne gesungen werden. Anschließend gebe es eine Schweigeminute für die Todesopfer des gescheiterten Putsches und für die Opfer der Gewalttaten in Paris, München und an anderen Orten. Danach sprechen unter anderem ein Angehöriger eines Putschopfers und der türkische Sportminister Akif Cagatay Kilic.

Seit dem Putschversuch Mitte Juli sind in der Türkei nach Regierungsangaben 18 000 Menschen festgenommen worden. Sie sollen Verbindungen zur Gülen-Bewegung haben, die von der Regierung für den Staatsstreich verantwortlich gemacht wird.