Medaillenregen für deutsche Rennkanuten

Die Rennkanuten Sebastian Brendel und Jan Vandrey haben die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro gewonnen. Das Duo setzte sich im Canadier-Zweier über 1000 Meter vor Brasilien und der Ukraine durch.

Medaillenregen für deutsche Rennkanuten
Soeren Stache Medaillenregen für deutsche Rennkanuten

Für den Potsdamer Brendel war es die zweite Goldmedaille bei den Sommerspielen in Rio, nachdem er bereits im Einer triumphiert hatte. Für den 24 Jahre alten Vandrey, der erst kurz vor den Spielen ins Team gerückt war, ist es der erste große internationale Erfolg.

«Unser Endspurt ist gut gekommen. Das ist unglaublich. Großer Respekt an den Jungen», sagte Brendel in Richtung Vandrey. Der Youngster war nach dem Zieleinlauf überwältigt: «Ein bisschen nervös? Das war schon sehr aufregend.» Zumal das deutsche Boot noch zur Hälfte weit zurückgelegen hatte, doch Brendel und Vandrey hatten das größte Stehvermögen.

Erst kurz vor dem Olympia-Start hatte der deutsche Verband trotz verpasster Qualifikation in dieser Disziplin noch eine Startgenehmigung erhalten, weil dem weißrussischen Verband wegen umfangreicher Dopingvorwürfe mehrere Quotenplätze aberkannt worden waren.

Kurz danach paddelte der Kajak-Vierer der deutschen Rennkanutinnen zur Silbermedaille. Das Boot mit Franziska Weber, Tina Dietze, Sabrina Hering und Steffi Kriegerstein kam in Rio de Janeiro nach 500 Metern auf Rang zwei hinter Ungarn ins Ziel.

Den Anfang hatte Rennkanute Ronald Rauhe gemacht. Der Potsdamer hatten in einem Foto-Finish die Bronzemedaille im Sprint gewonnen. Im Kajak-Einer über 200 Meter paddelte er überraschend zusammen mit dem Spanier Saul Craviotto hinter dem britischen Sieger Liam Heath und dem Franzosen Maxime Beaumont als Dritter ins Ziel.

«Das ist eine emotionale Achterbahnfahrt. Zuerst wurde ich auf Platz vier eingeblendet. Ich war schon traurig, die Medaille nicht zu haben», sagte Rauhe. Doch das Zielfoto zeigte, dass sowohl Raue als auch Craviotto exakt 0,465 Sekunden nach dem Briten über den Zielstrich gepaddelt waren.

Zwei Tage zuvor war er zusammen mit seinem Teampartner Tom Liebscher bereits im Kajak-Zweier knapp am Podest vorbeigefahren. Die beiden deutschen Medaillenanwärter waren nicht über Rang fünf hinausgekommen. Für den 34 Jahre alten Rauhe war es der letzte Olympia-Einsatz. Ob er seine Karriere sofort beendet oder zumindest noch ein Jahr weiterpaddelt, will Rauhe nach eigenen Angaben in den kommenden Wochen entscheiden. «Olympia waren Momente, die mich gefangen und motiviert haben», betonte Rauhe.