Medien: Hewlett-Packard will sich aufspalten

Der Computerkonzern Hewlett-Packard will sich laut Medienberichten aufspalten. In einer Firma solle das Geschäft mit PCs und Druckern zusammengefasst werden, in der anderen das mit Geräten für Unternehmen und Dienstleistungen, berichteten das «Wall Street Journal» und das Technologieblog «Recode».

Medien: Hewlett-Packard will sich aufspalten
Emily Wabitsch Medien: Hewlett-Packard will sich aufspalten

Die Pläne könnten bereits am Montag offiziell bekanntgegeben werden, hieß es am Sonntagabend unter Berufung auf informierte Personen.

Die Trennung solle im kommenden Jahr über die Bühne gehen, dafür sollen Anteilseigner neue Aktien erhalten. Beide Unternehmen sollen an der Börse gehandelt werden, schrieb die Zeitung. Sie hätten jeweils mehr als 50 Milliarden Dollar Jahresumsatz.

HP hatte bereits vor gut drei Jahren erwogen, den PC-Bereich abzuspalten. Hewlett-Packard war damals noch die Nummer eins in dem Geschäft. Die Börse reagierte auf diese Idee des damaligen Konzernchefs Léo Apotheker mit einem Kurssturz, die Überlegungen wurden nach wenigen Monaten fallengelassen. Inzwischen ist das chinesische Unternehmen Lenovo zum weltgrößten PC-Hersteller aufgestiegen.

Unter der heutigen Chefin Meg Whitman wurde das Geschäft mit PCs und Druckern innerhalb von HP zusammengelegt. Sie leitete 2012 den Abbau von rund 30 000 Arbeitsplätzen ein, um Kosten zu senken.

Der PC-Markt war im vergangenen Jahr um rund zehn Prozent geschrumpft. Auch wenn er sich jetzt etwas gefangen hat, gelten Personal Computer nicht als besonders lukratives Geschäft. Unternehmen und Verbraucher greifen lieber zu Smartphones und Tablet-Computern.

HP war 2011 aus dem Geschäft mit solchen mobilen Geräten ausgestiegen und fing erst vor einigen Monaten wieder an, sie zu verkaufen. Eine der Quellen der Zeitung erklärte, HP sehe bessere Aussichten für sein Unternehmensgeschäft als für die PC- und Druckersparte.

In dieser Situation könnte die ausgekoppelte HP-Sparte zu einem Übernahmeziel von Rivalen werden, die nach mehr Effizienz durch Größe streben. In Frage kämen etwa Lenovo oder der US-Rivale Dell.

Lenovo hielt zuletzt knapp ein Fünftel des Marktes, vor HP mit etwa 18 Prozent. Die Chinesen bauten zuletzt ihr Server-Geschäft durch den Kauf eines IBM-Bereichs aus und sind dabei, den Handy-Hersteller Motorola zu übernehmen. Dell kam zur Jahresmitte auf einen Marktanteil von über 13 Prozent. Über die Finanzkraft der Firma ist aber kaum etwas bekannt, seit Gründer Michael Dell sie von der Börse nahm.

Zugleich berichtete das Technologieblog «Recode», HP habe seinen PC-Bereich bereits Lenovo und Dell zum Kauf angeboten, habe aber einen Korb bekommen.

Whitman solle das abgespaltene Unternehmensgeschäft führen, hieß es im «Wall Street Journal». Die Leitung des neuen PC- und Drucker-Anbieters solle der HP-Manager Dion Weisler übernehmen, Whitman werde dort den Verwaltungsrat leiten. «Recode» schrieb, die neuen Pläne sollen am Mittwoch im Detail Branchenanalysten vorgestellt werden.