Medien: Möglicherweise viele Tote bei Gefangenenausbruch in Kairo

Bei einer Geiselnahme während eines Ausbruchs von festgenommenen Muslimbrüdern in Kairo sind am Sonntag möglicherweise mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen. Das berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira am Abend.

Die bereits am Samstag festgenommenen Männer hätten am Sonntag während ihres Transports zu einem Gefängnis einen Polizeioffizier als Geisel genommen und einen Fluchtversuch unternommen. Andere Polizisten hätten von außen durch die Fenster des Gefangenentransporters das Feuer eröffnet und alles Insassen des Fahrzeugs erschossen.

Eine offizielle Stellungnahme der Behörden dazu gab es nicht. Das Staatsfernsehen meldete am Abend, eine Gruppe von Bewaffneten habe versucht, den Transport zu stoppen, mit dem 612 Gefangene in die Haftanstalt gebracht werden sollten. Es entbrannte den Angaben zufolge ein Gefecht zwischen der Polizei und den Angreifern. Dabei seien 36 der Angreifer getötet worden. Einige Gefangene hätten Erstickungsanfälle durch das Tränengas erlitten.

Aus Sicherheitskreisen hatte es zuvor geheißen, mehrere Anhänger der Muslimbruderschaft hätten einen Fluchtversuch aus dem Polizeigewahrsam versucht. Nach diesen Angaben begehrten die Festgenommenen auf, als sie von der Sicherheitsdirektion Kairo in das Gefängnis Abu Saabal verlegt werden sollten.