Meereswindpark-Pionier Bard stellt Betrieb ein

Der angeschlagene Offshore-Pionier Bard stellt den Betrieb ein. Wegen fehlender Aufträge will die Unternehmensgruppe (Emden/Bremen) im Januar 250 Beschäftigten kündigen.

Meereswindpark-Pionier Bard stellt Betrieb ein
Ingo Wagner Meereswindpark-Pionier Bard stellt Betrieb ein

Weitere 300 Mitarbeiter sollen von der neuen Gesellschaft Offshore Wind Solutions (OWS) im ostfriesischen Emden übernommen werden, wie Bard am Mittwoch mitteilte. Die Neugründung OWS solle Betrieb und Service des größten deutschen Offshore-Windparks Bard Offshore 1 sowie Schiffe und Gebäude der Bard-Gruppe übernehmen. Als Offshore-Windenergie bezeichnet man Windenergie auf hoher See.

Das Projekt mit 80 Anlagen rund 100 Kilometer nördlich von Borkum war Ende August eröffnet worden. Die Leistung von 400 Megawatt entspricht rechnerisch dem Jahresstrombedarf von mehr als 400 000 Haushalten.

Mit weit über zwei Milliarden Euro Investitionskosten wurde er jedoch deutlich teurer als geplant. Bard hatte zudem mit technischen Schwierigkeiten beim Bau und mit schlechtem Wetter zu kämpfen. Die Eröffnung wurde um mehrere Jahre verschoben.

Zuletzt hatte das Unternehmen gut 800 Millionen Euro Schulden in der Bilanz. Die Suche nach Investoren blieb erfolglos. Mit dem Stocken der Energiewende hatte Bard wegen fehlender Anschlussaufträge bereits im Sommer 2012 Teilverkäufe von Unternehmensteilen angekündigt.

Danach wurde die Rotorblattfertigung eingestellt. Im Juni kam dort auch die Herstellung von Maschinenhäusern für Offshore-Windkraftanlagen zum Erliegen. In Cuxhaven wurde zudem die Produktion von Stahlkonstruktionen für Offshore-Windparks geschlossen.