Mehdorn: Teileröffnung des BER-Flughafens schon 2013 möglich

Noch in diesem Jahr könnten erste Passagiere am neuen Hauptstadtflughafen einchecken - wenn der Aufsichtsrat zustimmt. Mehdorn, der Chef des Hauptstadtflughafens, spart denn auch nicht mit Politikerlob. Und gibt den Freund der Bürgerbeteiligung.

Mehdorn: Teileröffnung des BER-Flughafens schon 2013 möglich
Maurizio Gambarini

Hartmut Mehdorn will seinen Plan für eine Teileröffnung nicht ohne den Aufsichtsrat umsetzen. «Eine Geschäftsführung trifft ihre Entscheidung so, dass der Aufsichtsrat zustimmen kann», sagte Mehdorn am Montag. Am Wochenende hatte er betont, die Teileröffnung sei eine Entscheidung der Geschäftsführung und kein politischer Beschluss. Zum Zeitpunkt sagte Mehdorn: «Es ist denkbar, dass es in diesem Jahr noch geht, aber beschlossen ist es noch nicht.»

Mehdorn rief dazu auf, bei Großprojekten künftig Mehrkosten für die Bürgerbeteiligung von Anfang an einzurechnen. «Wir zahlen einen Aufpreis für Demokratie. Die Wirtschaft muss lernen, das im Zeitetat und auch im Geldetat einzurechnen», bemerkte der Manager mit Blick sowohl auf Bürgerbeteiligung als auch auf politische Machtwechsel im Projektverlauf, die ihren Preis forderten.

«Wir können froh sein, dass wir ihn zahlen müssen», fügte Mehdorn hinzu. «Ich bin ein Freund der Bürgerbeteiligung.» Er forderte ein einfacheres Baurecht. «Wir sind in Deutschland überreguliert. Die Baugesetzbücher müssten durch ein Sieb geschickt werden.» Straßen, Schienen und Flughäfen seien unterfinanziert.

Von den Aufsichtsratsmitgliedern Matthias Platzeck (SPD), Klaus Wowereit (SPD) und Peter Ramsauer (CSU) fühle er sich nicht behindert, betonte Mehdorn auf Nachfrage. «Wir haben einen offenen Dialog. Dass die Gesellschafter mit einem gewissen Misstrauen auf die Flughafengesellschaft blicken, ist klar.» Sie habe Vertrauen verspielt.

Mehdorn will am Nordflügel des Abfertigungsgebäudes mit 2000 Passagieren und zehn bis zwölf Maschinen pro Tag starten - das werde auch den Druck erhöhen, im Rest des Terminals fertig zu werden. «Das ist wie eine Zahnpastatube: Sie müssen sie hinten aufrollen, damit vorne was rauskommt.» Es werde dennoch danach noch einen großen Umzugstag geben, vielleicht aber auch zwei oder drei Umzugstage.

Abermals warb der Flughafenchef dafür, den Beschluss zu überdenken, den Flughafen Tegel spätestens sechs Monate nach dem Start des Neubaus stillzulegen. Keine Hauptstadt der Welt müsse mit nur zwei Landebahnen auskommen - Berlin dann aber schon. «Das entspricht auch meiner Berufsehre, dass ich nicht etwas hinterlasse, wo man nachher sagt: Dieser Mehdorn, die Pfeife, hätte ja auch mal was sagen können», fügte der 70-Jährige hinzu.

Mehdorn widersprach Mutmaßungen, der neue Flughafen sei zu klein. «Das, was wir gebaut haben, reicht noch bis zum Jahr 2025, wenn nicht noch weiter.» Der Geschäftsführer erwiderte auch Kritik des Flughafen-Architekten Meinhard von Gerkan. Dieser hatte bemängelt, die Änderungswünsche der Bauherren hätten sich überschlagen. Mehdorn sagte. «Sie dürfen als Bauherr dem Architekt das Feld nicht kampflos überlassen, sonst laufen ihnen am Ende Termine und Kosten davon.»

Mehdorn deutete an, den Flughafen nach der Fertigstellung nicht sofort verlassen zu wollen. Die Inbetriebnahme sei sehr komplex. «Fertigmachen und hopp und weg ist wahrscheinlich auch nicht sehr fair.»