Mehr als 110 Menschen warten auf Rettung von Adria-Fähre

Mehr als 110 Menschen an Bord warten auch über 30 Stunden nach dem Ausbruch des Feuers auf der Adria-Fähre «Norman Atlantic» auf ihre Rettung auf hoher See. Gut 360 konnten bereits geborgen werden.

Mehr als 110 Menschen warten auf Rettung von Adria-Fähre
Luca Turi Mehr als 110 Menschen warten auf Rettung von Adria-Fähre

Die Menschen werden mit Hubschraubern von der havarierten Fähre im Meer gerettet, nach Medienangaben etwa 20 pro Stunde. Wind, schlechtes Wetter und Rauch behindern die Rettung. Der Marine zufolge wurden inzwischen Ärzte an Bord gebracht. Am Montagmorgen erreichte ein Containerschiff mit 49 Geretteten den Hafen des süditalienischen Bari. Die Staatsanwaltschaft in Bari leitete Ermittlungen wegen fahrlässigen Schiffbruchs ein.

Die «Norman Atlantic» der griechischen Anek Lines war auf dem Weg von Patras in Griechenland nach Ancona in Italien, als am frühen Sonntagmorgen nordwestlich der Insel Korfu vermutlich auf dem Autodeck ein Feuer ausbrach. Das Schiff trieb anschließend manövrierunfähig zwischen der italienischen und albanischen Küste. 478 Menschen waren insgesamt an Bord, darunter wahrscheinlich auch 18 Deutsche.

Einer der Geretteten der «Norman Atlantic» sprach von Toten auf der Unglücksfähre: «Ich habe vier tote Personen gesehen, mit meinen eigenen Augen, ich bin sicher. Sie waren vor mir», zitierte die Agentur Ansa einen türkischen Passagier. Offiziellen Angaben zufolge starb ein Grieche beim Sprung von Bord.

Nach Angaben der Marine waren am späten Montagvormittag noch genau 115 Menschen an Bord der «Norman Atlantic», 363 wurden bis dahin gerettet. Rund 70 Menschen wurden in Krankenhäusern in den süditalienischen Städten Lecce, Brindisi und Bari behandelt, wie Ansa meldete. Am schwersten sei die Verletzung bei einem Mann, der auch Atemwegsprobleme habe.

In der Nacht hatte dichter Rauch den Rettungseinsatz behindert. Die Flammen an Bord der Fähre seien aber unter Kontrolle, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa noch am späten Abend. Es könne jedoch weitere Glutnester im Inneren des Schiffes geben, und es qualme weiter.

Der Frachter «Spirit of Piraeus», der zur Hamburger Rickmers-Gruppe gehört, war am Montagmorgen mit den Geretteten in Bari angekommen. Viele bedankten sich weinend beim Verlassen des Schiffes bei den Rettern. An Bord waren nach Angaben des Präfekten auch zwei Deutsche, zudem Griechen, Georgier, Iraker, Syrer, Türken und Albaner sowie ein Kanadier und zwei blinde Passagiere. Der Präfekt von Bari sagte, den Geretteten an Bord des Schiffes gehe es wohl gut.