Mehr als 150 Tote nach Erdbeben auf Philippinen

Bei dem schlimmsten Erdbeben seit 1990 sind auf den Philippinen mehr als 150 Menschen ums Leben gekommen. Die Suche nach Überlebenden geht weiter. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

Noch immer werden zahlreiche Opfer unter den Trümmern vermutet. Helfer hatten Probleme, die betroffenen Ortschaften zu erreichen. Wie der Katastrophenschutz am Mittwoch mitteilte, blockierten Erdrutsche und Felsbrocken viele Straßen auf der Insel Bohol, wo das Epizentrum lag.

Das Erdbeben der Stärke 7,2 hatte sich am Dienstagmorgen in der Region der Visayas in den Zentralphilippinen ereignet. Im Jahr 1990 waren bei einem Beben der Stärke 7,6 in Luzon im Norden des Landes rund 2500 Menschen gestorben.

Insgesamt wurden dieses Mal nach Angaben der Behörde mindestens 300 Menschen verletzt - auf Bohol rund 640 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila und auf der Nachbarinsel Cebu in 60 Kilometern Entfernung vom Epizentrum. 2,8 Millionen Menschen seien von dem Erdbeben betroffen. 12 600 Menschen verbrachten die Nacht in Notunterkünften, bei Bekannten oder unter freiem Himmel.

Auf Bohol und Cebu waren zahlreiche Straßen, Brücken und Gebäude beschädigt worden oder teilweise eingestürzt, darunter Einkaufszentren, Krankenhäuser, Behörden, Hotels und Markthallen. Präsident Benigno Aquino besuchte das Gebiet am Mittwoch und mahnte Geschäfte und Unternehmer in der Region, trotz Nachschubengpässen die Preise für Lebensmittel nicht in die Höhe zu treiben.

Das Vulkaninstitut registrierte mehr als 800 Nachbeben, wie Direktor Renato Solidum sagte. Zwölf seien spürbar gewesen. Fast die Hälfte der Provinz Bohol war am Mittwoch noch ohne Strom. Die Reparaturen an Straßen und Brücken werde mindestens einen Monat dauern, teilte das Amt für öffentliche Baumaßnahmen mit.