Mehrheit der über 60-Jährigen noch berufstätig

Erstmals seit vier Jahrzehnten gibt es unter den 60- bis 65-Jährigen in Deutschland wieder mehr Erwerbstätige als Rentner. Im vergangenen Jahr arbeiteten 42 Prozent der Menschen dieser Altersgruppe, 40 Prozent erhielten eine Pension oder Rente.

Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden erklärte die Trendumkehr mit veränderten Rahmenbedingungen: «Anreize zur Frühverrentung wurden stark reduziert, so dass Erwerbstätige heute länger im Beruf bleiben als früher», sagte BiB-Experte Harun Sulak. Die restlichen 18 Prozent arbeiten nicht, haben aber auch keinen Anspruch auf eine Pension oder Rente - oft sind es Hausfrauen.

Mehr Erwerbstätige als Rentner unter den 60- bis 65-Jährigen hatte es zuletzt 1974 gegeben, wie das BiB am Mittwoch mitteilte. Seitdem war die Erwerbstätigenquote über drei Jahrzehnte gesunken, noch im Jahr 2000 waren fast zwei Drittel der Altersgruppe schon im Ruhestand. Dann drehte der Trend binnen zwölf Jahren. Durch die veränderte Altersstruktur der Bevölkerung, eine steigende Lebenserwartung und die «Rente mit 67» werde die Erwerbsarbeit im siebten Lebensjahrzehnt weiter zunehmen, erwartet Sulak.