Mehrheit der K+S-Privatanleger lehnt Übernahme ab

Der Düngemittel- und Salzproduzent K+S hat im Übernahmekampf mit dem kanadischen Konkurrenten Potash die Rückendeckung seiner Privataktionäre.

Laut einer vom Unternehmen Mitte Juli in Auftrag gegebenen Umfrage unter K+S-Privatanlegern würden derzeit 96 Prozent ihre Aktien nicht an den kanadischen Konkurrenten Potash verkaufen. «Sie teilen die Einschätzung von K+S, «dass der aktuelle Vorschlag von PotashCorp den fundamentalen Wert von K+S nicht widerspiegelt», sagte K+S-Chef Norbert Steiner.

Nur vier Prozent würden ein Übernahmeangebot zu 41 Euro je Aktie annehmen, teilte der Dax-Konzern am Montag mit. Zudem unterstützen 84 Prozent die Ablehnung des aktuellen Übernahmevorschlags. Knapp drei von zehn (28 Prozent) würden aber ein höheres Angebot akzeptieren. Die Privataktionäre halten zusammen knapp 30 Prozent der K+S-Anteile.

Mehr als 39 000 der etwa 140 000 angeschriebenen Privataktionäre nahmen an der Befragung teil. Die Antworten wurden unabhängig von der Zahl ihrer Aktien gezählt. Die hohe Beteiligung zeige, dass K+S mit der Befragung «den Nerv der Aktionäre getroffen» habe, sagte Marketing-Professorin Christa Seja von der Hochschule Hannover. Das Ergebnis sei repräsentativ für die Zielgruppe der Privataktionäre.

K+S-Finanzvorstand Burkhard Lohr sagte, der Tenor stimme «mit der Einschätzung der großen Mehrheit der mit uns im Kontakt stehenden institutionellen Anleger überein».

K+S hatte Anfang Juli Übernahmegespräche mit den Kanadiern abgelehnt, weil die Potash-Offerte mit 41 Euro pro Aktie als zu niedrig erachtet wurde. Auch fehlten Zusagen zum Erhalt von Standorten und Arbeitsplätzen. Am vergangenen Freitag hatte Potash sein Angebot erneuert, K+S bekräftigte aber umgehend seine ablehnende Haltung. Potash gehe zwar auf die Interessen von Arbeitnehmern und Standorten ein, biete ihnen aber keine Verlässlichkeit. K+S hat mehr als 14 000 Mitarbeiter und ist der größte Arbeitgeber im Grenzgebiet von Hessen, Thüringen und Niedersachsen.